Hände weg von unseren Kindern
Hände weg von unseren Kindern
Datum: 28.08.2020 - 09:54 Uhr
In Wuppertal hat sich in dieser Woche Bemerkenswertes zugetragen. Mit Trillerpfeifen, Buh-Rufen und Trommeln wurde Bundesgesundheitsminister Jens Spahn buchstäblich aus der Stadt gejagt.
Eigentlich wollte der Herr Minister in Wuppertal eine Wahlkampfveranstaltung im Freien abhalten. Doch das gegnerische Pfeifkonzert und Schmährufe wie »Hau ab!«, »Kinderquäler« und »Raus aus unserer Stadt« erreichten eine derart ohrenbetäubende Lautstärke, daß die Veranstaltung abgebrochen werden mußte. Dazu kursiert ein Video im Internet, dessen letzte Sequenz eine entlarvende Vorstellung von der geradezu widerwärtigen Arroganz der heutigen Macht liefert: Eine junge Frau sitzt auf dem Gehweg vor Spahns Dienstlimousine, neben ihr ein Polizeibeamter, der sie auffordert, sich zu entfernen. Sie weigert sich. Als sich im nächsten Moment Spahns Entourage nähert, wendet der Polizist Zwangsmittel an. Er packt die junge Frau am Hals und zieht sie mit einem Ruck vom Gehweg. Danach bleibt er stehen und drückt das Gesicht der immer noch am Boden sitzenden Frau gegen seine Weichteile. Anschließend läuft der maskierte Gesundheitsminister an dem seltsamen Paar vorbei, schaut der Szene ungerührt zu und steigt wortlos in das bereitstehende Fahrzeug. Das Video endet mit den Worten einer wütenden Frau im Hintergrund: »Hören Sie auf, unsere Kinder zu quälen! Hören Sie auf, unsere Kinder zu quälen!«
Die Wut der Bürger bricht sich Bahn. Nicht überraschend fallen die Hemmungen genau dort, wo die verletztlichste Gruppe, die Kinder betroffen sind. Wenn Kinder monatelang unter immer fadenscheinigeren Gründen eingeschlossen werden, sie unwidersprochen als »Virenschleudern« und Gefahr für die Allgemeinheit bezeichnet werden, ihre Zukunft »alternativlos« für einen immer radikaleren Gesundheitsschutz einer einflussreichen Wählergruppe riskiert wird und sie zum wehrlosen Zahlvieh für einen sich immer höher auftürmenden Schuldenberg degradiert werden von einer hemmungslos prassenden politischen Elite – dann ist allmählich der Grad des Zumutbaren für die Bürger erreicht. Als gesicherte Meldungen in die Sommerferien platzten, daß Behörden in Niederkassel und anderswo Eltern anwiesen, ihre unter Quarantäne gestellten Kinder vom Rest der Familie zu isolieren und den verstörten Eltern bei Nichtbefolgung mit Kindesentzug drohten, war die Lunte in vielen Gemütern längst gelegt.
Den fehlenden Funken brachte Ministerpräsident Armin Laschet am Ende der Sommerferien. Da verfügte die nordrhein-westfälische Regierung eine der schärfsten Hygieneverordnungen an Schulen. Kinder ab der ersten Klasse, so der Befehl, hatten fortan Maske zu tragen, nicht nur im Schulflur wie in den meisten anderen Bundesländern, sondern überall und den ganzen Tag. Falls noch wer glaubte, daß der Primat politischen Handelns allein dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung galt, sollte sich spätestens bei der kindeswohlgefährdenden Zwangsmaskierung der Schüler eines Besseren belehrt sehen.
Nach der ersten Corona-Welle folgte nun die Klagewelle. Die erbosten Eltern zogen vor Gericht. Jetzt ging es um die Gesundheit ihrer Kinder. Und da verstehen fast 100 Prozent der Väter und Mütter keinen Spaß mehr. Den ersten Erfolg brachte das Düsseldorfer Verwaltungsgericht. Per Eilverfahren verfügte es, daß maskenverweigernde Schüler nur aus triftigem Infektionsschutz vom Unterricht ausgeschlossen werden dürfen. Die Schule muss in dem Fall beweisen, daß der Schüler ein Infektionsrisiko für andere darstellt. Wer keine Maske aufsetzt, ist demnach nicht automatisch ein Infektionsrisiko. Jetzt ruderte die NRW-Regierung erschreckt zurück, um nicht die Horden von überall frei atmenden, im Gesicht entblätterten Schülern auf Schulhöfen zu provozieren und hob – immerhin – den unsäglichen Maskenzwang im Unterricht auf. Was Laschets Kabinett zu dieser völligen Neubewertung der Risikolage führte (viele Menschen auf engem Raum ohne Atembarriere!), erfährt die Bevölkerung freilich nicht. Genauso wenig, welche wissenschaftsbezogene Kalkulation zur Ansicht der Behörden führte, eine Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung einzuführen, wenn doch der kurz vor der Heiligsprechung stehende Christian Drosten im Verbund mit dem Robert-Koch-Institut noch im April konstatierte, für die Wirksamkeit eines Atemschutzes gäbe es keine wissenschaftlichen Belege.
Die gibt es auch heute nicht, außer einer Vielzahl methodisch eher schlampig ausgeführter Studien, die die pauschale Aussage der Politik, daß Masken generell schützten, mit akademischem Wortgeklingel zu beweisen suchen. Denn der Gebrauch von Masken in den Händen von Laien birgt selbst ein Infektionsrisiko. Zuviel muss beachtet werden. Deshalb werden Ärzte und Pflegepersonal im Gebrauch ihrer Schutzvorrichtung fachlich geschult. Deshalb dürfen nur zertifizierte Mund-Nasen-Bedeckungen an klinischen Einrichtungen benutzt werden. Hingegen wird dem gemeinen Büger von der China-Billigmaske bis zum selbstgenähten Fratzenschlüpfer alles als schutzgebend angepriesen, was er sich ins Gesicht klemmen kann. Schon jetzt kursieren einzelne Stimmen von Eltern im Internet, die auffällig viele Atemwegsinfekte ihrer Kinder beobachten, kaum, daß die Schulen zwei Wochen offen sind. Die Zweifel der Eltern, ob eine Mund-Nasen-Bedeckung in Kinderhänden viel mehr Schaden als Nutzen bringt, fasst der Pharmazeut Prof. Dr. Markus Veit pointiert in diesem Netzfundstück zusammen: Er erachte der Einsatz von Masken bei Kindern als unethisch und möglicherweise sogar gefährlich.
Ein Gastbeitrag der Initiative Familien-Schutz
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