Häme und Spott für die Wahlbenachrichtigung in Schleswig-Holstein
Häme und Spott für die Wahlbenachrichtigung in Schleswig-Holstein
Datum: 25.04.2017 - 09:13 Uhr
Eine Wahlbenachrichtigung sollte für die Empfänger leicht verständlich sein und die wichtigen Fakten enthalten: Welche Wahl findet statt. Wann wird gewählt. Wo wird gewählt. Fertig. Man sollte glauben, dass das Verfassen einer solchen Benachrichtigung nicht wirklich so schwer sein kann. Die derzeitige Landesregierung, die sogenannten »Dänen-Ampel« (SPD, Grüne, SSW) aber schafft es, die aufgrund eines Landtagsbeschlusses in »leichter Sprache« verfassten Benachrichtigungen zu einem Sammelsurium an Bindestrichen verkommen zu lassen und so Sprachexperten auf den Plan zu rufen, die die Rechtmäßigkeit dieser Wahlbenachrichtigung anzweifeln.
Die Reihe der durch das in der Umgangssprache als »Dummen-Bindestrich« bezeichnete Interpunktionszeichen geschaffenen Wortungetüme ist lang. Aus dem Wahltag wurde der »Wahl-Tag«, aus dem Landtag der »Land-Tag« und vieles mehr. Es gibt nun »Vor-Name«, »Nach-Name« und sogar eine »Post-Leit-Zahl« in dieser Wahlbenachrichtigung. Nicht vergessen werden darf auch der »Stimm-Zettel« und das »Hilfs-Mittel«.
Wie der »Stern« berichtet, verunglimpft dieses Schreiben nach Ansicht des »Vereins Deutsche Sprache« die deutsche Sprache. Der Linguist Reiner Pogarell wird in seiner Kritik deutlich: »Die Benachrichtigung ist nicht nur ein Frontalangriff auf unsere Sprache, es ist zweifelhaft, ob sie wegen ihrer Verfälschungen überhaupt als gültig angesehen werden kann.«
Die abstrusen Bindestrichwörter seien nicht nur orthografisch fragwürdig, sie verfälschten zudem Sachverhalte. Ein Land-Tag, so Pogarell, sei kein Parlament, sondern ein Tag auf dem Land. Und ein Wahl-Tag ist nicht der festgelegte Wahltermin, sondern ein frei zu wählender Tag.
Die Landesregierung bleibt jedoch bei ihrer Position. Es sei leichte Sprache und die Benachrichtigung sei rechtssicher. So die Stellungnahme der Landeswahlleitung.
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