Gute Mauern - schlechte Mauern

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Gute Mauern - schlechte Mauern
Datum: 05.02.2018 - 08:50 Uhr

Sie durchschnitt einst auf einer Länge von mehr als 160 Kilometer Berlin. Sie trennte Familien, Freunde, Straßenzüge. Sie war (fast) unüberwindlich mit ihrem mehrfachen Konstrukt an Sperranlagen. Türme, Scharfschützen, Hundelaufleinen, Selbstschussanlagen, Schweinwerfer, Schießbefehl - all das verbindet man auch heute noch mit der Berliner Mauer. Heute genau hat sie Bergfest. Das heißt, dass der Zeitraum ihrer Existenz am heutigen Tag exakt gleich lang ist mit dem Zeitraum, der seit ihrem Wegfall vergangen ist. Doch trotz des mörderischen Konstruktes, errichtet vom SED-Unrechtsregime, um den Menschen im Stasi-Staat grundlegende Menschenrechte vorzuenthalten, gibt es auch heute noch Leute, die dieses Symbol der Unfreiheit verteidigen.

Doch es geht sogar noch abstruser. Vor allem Politiker der Linkspartei, die nichts anderes ist als die mehrfach umbenannte SED, finden immer wieder lobende Worte für den Todesstreifen, für den Mord an Menschen, die sich dem SED-Regime durch Flucht entziehen wollten. Diese Leute verteidigen auch heute noch den sogenannten antifaschistischen Schutzwall als notwendige Entscheidung, der die Existenz des eigenen Staates garantierte. Er, der Wall, bot den Menschen Sicherheit und Schutz.

Es sind exakt dieselben Menschen, die nicht minder lautstark die Idee von Donald Trump kritisieren, den Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko auf ganzer Grenzlänge auszubauen und teilweise durch eine Mauer zu ersetzen. Eine solche Mauer wäre ein Verstoß gegen die Menschenrechte, heißt es da aus dem Lager der Linken. Man unterscheidet in deren Reihen fein säuberlich nach guten Mauern und schlechten Mauern.

Sven von Storch

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