Grüne beim Potenzial vorne, AfD bei der Wählermobilisierung

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Grüne beim Potenzial vorne, AfD bei der Wählermobilisierung
Datum: 01.11.2019 - 10:44 Uhr

Gefragt wurde in einer INSA-Umfrage, welche Parteien die Deutschen theoretisch wählen würden. Ganz explizit wurde nicht danach gefragt, welche Partei die Befragten wählen würde, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre (Sonntagsfrage), sondern man wollte die grundsätzliche Einstellung der Bürger zu den einzelnen Parteien erfragen. Aus den Antworten ergibt sich dann das Wählerpotenzial der einzelnen Parteien, welches man dann in Relation zu den Wahlergebnissen der jüngeren Vergangenheit setzte. So lässt sich erkennen, welche Partei in der Lage ist, ihr Potenzial am besten auszuschöpfen. Die Ergebnisse sind mitunter überraschend.

Das größte Wählerpotenzial in der Umfrage erzielten die Grünen. 43 Prozent der Befragten würde unter bestimmten Umständen ihr Kreuz bei Habeck, Baerbock und Co. machen. Knapp dahinter folgt die Union mit 41 Prozent. Auch die SPD schneidet überraschend gut ab: 33,5 Prozent der Befragten würde eventuell für sie stimmen. Je 25 Prozent würden möglicherweise für Postkommunisten und FDP stimmen, knapp 20 Prozent für die AfD. Das zum theoretischen Wählerpotenzial.

Besonders interessant ist aber, welche Partei das Potenzial am besten zu nutzen weiß. Und hier ist die AfD unangefochtener Spitzenreiter. Betrachtet man die aktuellen Umfragen, so liegt die AfD bei 16 Prozent, der Koeffizient 0,8 ist einmalig hoch. Die Union erreicht einen Koeffizienten von gerundet 0,7 (28 Prozent Stimmenanteil bei 41 Prozent Wählerpotenzial), die Grünen kommen nur auf einen Wert von 0,5. Ganz schlecht schneidet die SPD ab. Ihr Koeffizient übersteigt gerade einmal den Wert von 0,4. Die beiden anderen Parteien liegen noch deutlich darunter.

Im Klartext heißt das, dass die AfD von zehn ihrer möglichen Wähler immerhin acht dazu bringt, das Kreuz auf dem Wahlzettel auch tatsächlich an der entsprechenden Stelle zu machen. Zum Vergleich: sollte der SPD eine solche Wählermobilisierung gelingen, bekäme sie etwa 27 Prozent der Stimmen. Tatsächlich aber sind es nur 14 bis 15 Prozent, also gerade einmal etwas mehr als die Hälfte.

Sven von Storch

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