Großflughafen BER bleibt Fass ohne Boden
Großflughafen BER bleibt Fass ohne Boden
Datum: 09.01.2018 - 08:12 Uhr
Kalkuliert waren beim Bau des Flughafens BER im Südosten Berlins rund zwei Milliarden Euro. Jetzt, nach etlichen Verschiebungen des Eröffnungstermins, einer Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen sowie des Verschleißes etlicher vorgeschobener »Verantwortlicher«, wird er aber auf der nach oben offenen Verschwendungsskala einen weiteren Meilenstein setzen. Eine weitere Milliarde Euro wurde jetzt angefordert, um bis zum aktuellen voraussichtlichen Eröffnungstermin im Herbst 2020 die Bauarbeiten abgeschlossen haben zu können. Mit diesem Nachschlag erhöhen sich die Baukosten auf 7,5 Milliarden Euro.
Ein erheblicher Kostenfaktor ist neben den laufenden Kosten für den Baustellenbetrieb die notwendige Kompensation der Einnahmeausfälle. Für diese beiden Posten alleine wird mit rund 25 Millionen Euro pro Monat kalkuliert. Bis zur geplanten Eröffnung im Oktober 2020 laufen so 750 Millionen Euro auf. Doch die Gesellschafter können selbst lediglich 400 Millionen Euro an Krediten auftreiben. Wie die anderen 600 Millionen Euro finanziert werden sollen, steht derzeit noch in den Sternen.
Bis zum März soll ein Finanzierungskonzept erstellt worden sein, hatte jüngst Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) erklärt. Dabei solle es sich um einen soliden durchgearbeiteten Wirtschaftsplan handeln. Dabei war der BER ursprünglich bis 2018 finanziell komplett durchgeplant. Doch das Versagen, insbesondere führender SPD-Politiker auf politischer Ebene, hat diese Pläne ad absurdum geführt und das Projekt dermaßen verteuert. Doch diejenigen, die in der politischen Verantwortung standen, als das Desaster seinen Lauf nahm, haben sich längst verabschiedet. Ohne sich dieser Verantwortung zu stellen.
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