Griechenland sichert seine Grenzen zur Türkei
Griechenland sichert seine Grenzen zur Türkei
Datum: 21.10.2020 - 08:52 Uhr
Immer wenn es auf internationaler politischer Ebene nicht nach dem Willen des türkischen Despoten Erdogan geht, droht er damit, die in seinem Land befindlichen Migranten in Richtung Europa zu senden. Weil er momentan mit seinen Expansionsgelüsten jede Menge Gegenwind erhält, ist der Alleinherrscher vom Bosporus wieder einmal mächtig schlecht gelaunt und droht mit dem Marsch der Millionen Migranten.
Griechenland, dessen Seezonen im Fokus des Interesse Erdogans sind, hat sich bereits militärisch gerüstet, um den türkischen Bestrebungen entgegenzustehen. Armee, Luftwaffe und Marine sind seit Wochen und Monaten in Alarmbereitschaft und haben mehrfach durch ihre Präsenz in den entsprechenden Seezonen nachhaltig belegt, dass sie keinesfalls klein beigeben werden. Da vor allem Frankreich seine Verbundenheit mit Griechenland mehrfach betont hat und eigene Militäreinheiten in die Region verlegt hat, wird Erdogan aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die militärische Karte ausspielen.
Stattdessen droht er einmal mehr unverhohlen damit, den Merkel-Erdogan-Vertrag platzen zu lassen. Erdogan hatte sich als Gegenleistung zu milliardenschweren Zahlungen dazu verpflichtet, die Staatsgrenzen der Türkei zur EU für Migranten, »Flüchtlinge«, selbsternannte Asyl- und sonstige Schutzsuchende unpassierbar zu machen. So richtig mit dem dafür nötigen Einsatz aber geht die Türkei nicht an die Sache heran. Deshalb macht jetzt die griechische Regierung Nägel mit Köpfen. Der gesamte Grenzverlauf zur Türkei wird massiv gesichert. Das gilt sowohl für die Landgrenze, an der entlang ein fünf Meter hoher Zaun errichtet wird.
Die Küstenwache erhält ein neuen Beobachtungssystems, bestehend aus 35 stationären Radarstationen mit Reichweiten von bis zu 90 Kilometern, Wärmebildkameras und Drohnen. Die Beobachtungsdaten werden in zwei Kontrollzentren der Küstenwache und der Streitkräfte in Athen in Echtzeit ausgewertet um von dort gegebenenfalls Einheiten zu alarmieren und in Bewegung zu versetzen. Damit soll die irreguläre Migration von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln unterbunden werden.
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