Griechenland sichert seine Grenze zur Türkei mit fünf Meter hohem Zaun

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Griechenland sichert seine Grenze zur Türkei mit fünf Meter hohem Zaun
Datum: 24.08.2021 - 09:56 Uhr

Der türkische Alleinherrscher Erdogan nutzte in der Vergangenheit immer wieder die in seinem Land befindlichen »Flüchtlinge« als Druckmittel, um finanzielle Leistungen von der EU zu erpressen. Griechenland als unmittelbarer Nachbar der Türkei musste dann oftmals die exzentrischen Launen des Despoten vom Bosporus ausbaden. Jetzt droht aus Afghanistan die nächste Flüchtlingswelle und Erdogan hat schon angedroht, dass er das für sich ausnutzen wolle.

Die griechische Regierung hatte schon zuvor reagiert und auf zunächst 40 Kilometern der insgesamt 208 Kilometer langen Landesgrenze zur Türkei einen bis zu fünf Meter hohen Grenzzaun errichtet. So soll verhindert werden, dass die Türkei Afghanen durch ihr Land eskortiert und bis an die griechische Grenze karrt, damit die dann dort in die EU einsickern können.

Die Regierung in Athen argumentiert, dass die »Flüchtlinge« aus Afghanistan auf ihrem rund 4.000 Kilometer langen Weg in Richtung EU zahlreiche sichere muslimische Länder durchqueren oder der Weg in ein solches sicheres muslimisches Land kürzer wäre als in die Länder der EU. Allerdings gibt es dort, vor allem in Mittel- und Nordeuropa höhere Sozialleistungen. Wer aus dem Grund sein Land verlässt, um in einem anderen Land höhere Sozialleistungen kassieren zu können, ist kein Flüchtling, sondern ein illegaler Migrant. »Unser Land wird kein Durchmarschgebiet in die EU für illegale afghanische Migranten sein«, sagt dazu der griechische Migrationsminister Notis Mitarachi.

Die Errichtung des Grenzzaunes erfolgt zunächst an den von der Türkei besonders beliebten Schleuserstellen, eventuell folgt dann der Ausbau auf der gesamten Landesgrenze. Die Errichtung ist erforderlich, so die griechische Regierung, weil »die Türkei lässt die Afghanen durch«.

Sven von Storch

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