Greta Thunberg ruft zum Generalstreik in Schweden auf
Greta Thunberg ruft zum Generalstreik in Schweden auf
Datum: 29.07.2019 - 10:22 Uhr
In Schweden, der Heimat von Greta Thunberg, hat man von ihr, ihrem Vater und den hinter ihrer Kampagne stehenden auf Geldvermehrung stehenden Gruppen, die Nase gestrichen voll. Das mussten auch die schwedischen Grünen bei der Wahl zum Europaparlament erfahren: ein Minus von sechs Prozent gegenüber der vorherigen Wahl ließ sich, trotz aller verzweifelten Verusche, nicht schönreden.
Jetzt wurde eine neue Greta-Kampagne insziniert: für den 27. September hat sie drehbuchreif zu einem landesweiten Streik in Schweden aufgerufen. Doch ihre Berater haben offensichtlich den Bezug zur Realität in Schweden und zu den Menschen in Schweden verloren. Denn selbst die Gewerkschaften, die bisher durchaus eine gewisse Affinität zu Greta an den Tag gelegt hatten, verweigern ihr nun die Gefolgschaft.
Vor allem stößt ein Satz in dem Thunberg-Aufruf den Gewerkschaftsführern sehr sauer auf. Dort ist zu lesen: »Es ist die Aufgabe der Gewerkschaften, die Rechte und die Sicherheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten, und eine Krise wie diese wird mit großen wirtschaftlichen Veränderungen und Problemen einhergehen, wenn wir uns nicht ändern.«
Die Gewerkschaften sehen das ganz anders. Die LO-Sprecherin (LO -> Landsorganisation / Dachverband der Einzelgwerkschaften) Berit Müllerström war besonders deutlich in ihrer Antwort, die im Gewerkschaftorgan »Arbetet« veröffentlicht wurde: »Die Gewerkschaften verwenden die Streikwaffe normalerweise nicht, um Druck auf verschiedene politische Themen auszuüben, wie wichtig und dringend sie sind, und wir glauben nicht, dass eine Arbeitsunterbrechung uns einer Lösung des Klimaproblems näher bringen würde.«
Auch die nicht der LO angehörigen anderen Gewerkschaftsverbände wie Saco und TCO sprechen sich gegen Thunbergs Aufruf aus: »Die Streikwaffe wird nicht für allgemeinen politischen Druck eingesetzt, sondern nur in Konflikten, an denen die Sozialpartner beteiligt sind«, heißt es in einer Positionierung von Saco.
Die Arbeitsrechtsprofessorin Birgitta Nyström von der Universität in Lund geht sogar noch einen Schritt weiter. Ein ganztätiger Streik fernab von arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen, so Nyström, steht nicht im Einklang mit dem schwedischen Arbeitsrecht.
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