Goldpreis wird durch Corona-Spekulationen auf Höchststand getrieben
Goldpreis wird durch Corona-Spekulationen auf Höchststand getrieben
Datum: 07.08.2020 - 11:11 Uhr
Der Goldpreis war in der Vergangenheit stets ein guter Indikator für politische Krisen. Bei Spannungen zwischen wirtschaftlich bedeutsamen Nationen ging der Goldpreis nach oben. Das galt besonders, wenn sich Kriege abzeichneten, an dem eine oder mehrere dieser Nationen beteiligt sein könnten oder letztlich sogar solche Kriege ausbrachen. Derzeit zeichnet sich kein globaler militärischer Krieg ab. Zwischen den USA und China gibt es wirtschaftspolitische Reibereien; aber die existieren auch schon seit geraumer Zeit, ohne dass dies einen besonders starken Einfluss auf den Goldpreis gehabt hätte. Aktuell jedoch schießt der gerade durch die Decke.
Hauptverantwortlich für die Steigerung des Preises für eine Feinunze Gold auf fast 2.100 US-Dollar respektive 1.743 Euro sind laut Experten die von Altparteienvertretern immer wieder ins Gespräch gebrachten Spekulationen um eine angebliche zweite Corona-Welle. Diese Gerüchte und Mutmaßungen sorgten bei vielen Anlagern hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Corona-Ausbreitung für große Unsicherheit.
Darüber hinaus seien die in ihrem Volumen sehr umfangreichen beschlossenen finanziellen Hilfsprogramme, vor allem der EU, zwar politisch mitunter nachvollziehbar, aber es fehle bei vielen Ländern das entsprechende wirtschaftliche Gegengewicht. Der Euro werde auf diese Art verwässert, sodass Anleger den Weg in die Edelmetalle gehen. Das gelte sowohl bei Finanzdienstleistern, Unternehmen wie auch bei Kleinanlegern, so die Finanzexperten. Die Politik täte gut daran, mit Fakten aufzuwarten und nicht weiter Spekulationen anzuheizen, um den Goldpreis noch weiter nach oben zu treiben. Der aktuelle Preisanstieg, so Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank, habe in der Zwischenzeit »exzessive Ausmaße« angenommen.
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