Glückwunschtelegramm wurde versehentlich verschickt
Glückwunschtelegramm wurde versehentlich verschickt
Datum: 10.02.2020 - 12:05 Uhr
Morgen jährt sich der Umsturz im Iran. Am 11. Februar 1979 stießen die Truppen um Ruhollah Chomeini das bisherige System in Persien vollständig um. Shah Mohammad Reza Pahlavi hatte Mitte Januar des Jahres das Land bereits verlassen, um seiner Exekution zu entgehen. Seine ehemaligen Generäle Nassiri, Rahimi, Nadschi und Chosrodad blieben im Land und wurden von den Revolutionsgarden verhaftet, zum Tode verurteilt und exekutiert. Der 11. Februar wurde von dem neuen Regime später als Tag der Revolution zum Feiertag erklärt. Seit jenen Tagen führen die Mullahs im Iran ein mörderisches Regime, welches Andersdenkende unterdrückt und immer wieder nachdrücklich betont, dass der Staat Israel von der Landkarte verschwinden müsse.
Genau jenen Leuten sandte vor etwa einem Jahr Steinmeier ein Glückwunschtelegramm zum Jahrestag der Revolution. Er übermittelte in seinem Telegramm »herzliche Glückwünsche« - »auch im Namen meiner Landsleute«. Dafür erntete Steinmeier jede Menge Kritik. Vor allem in Israel zeigte man sich schockiert und selbst der Zentralrat der Juden in Deutschland war wenig angetan von dieser Glückwunschbotschaft. Steinmeier habe ganz sicher nicht im Namen seiner Landsleute sprechen können, hieß es aus den Reihen des Zentralrats. Denn die meisten in Deutschland lebenden Juden seien deutsche Staatsangehörige; und die senden mit Sicherheit keinen Glückwunsch an einen Staat, der ihnen immer wieder mit der Vernichtung droht.
Jetzt, ein Jahr nach diesem politischen Fauxpas, rudert Steinmeier zurück. Die Versendung des Glückwunschtelegramms sei eine Panne gewesen. Das Telegramm sei »versehentlich« versendet worden, angeblich »zu früh und ohne Billigung des Bundespräsidenten«, wie es in einem Bericht des Tagesspiegel heißt. Ob das nun wirklich so stimmt, ist mehr als fraglich. Fest aber steht, dass Steinmeier und seine Leute ein Jahr brauchten, um das »Versehen« herauszufinden.
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