Globale Staatsverschuldung 2017 so hoch wie nie

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Globale Staatsverschuldung 2017 so hoch wie nie
Datum: 11.04.2017 - 07:37 Uhr

Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) kokettiert bei seiner Finanzpolitik gerne mit der sogenannten »schwarzen Null«. Damit will er unter Beweis stellen, dass es ihm gelingt, die Neuverschuldung des Staates zu verhindern. Dabei »vergisst« er stets zu erwähnen, dass jeder Bundesbürger umgerechnet rund 26.000 Euro öffentlicher Schulden trägt (über zwei Billionen Euro insgesamt). Die Staatsverschuldung der Bundesrepublik liegt seit Jahren stabil bei etwa 70 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt.

Wesentlich dramatischer hingegen sind die Zahlen aus anderen Industrienationen. Die USA werden in diesem Jahr die Folgen ihrer langjährigen Auf-Pump-Politik zu spüren bekommen. Vermutlich wird die Staatsverschuldung am Ende des Jahres die 20-Billionen-Marke übersprungen haben; das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von umgerechnet knapp 60.000 Euro. Noch bedenklicher sind die Zahlen aus Japan. Dort beträgt die Steuerlast pro Bürger, egal ob Säugling oder Greis, umgerechnet 82.000 Euro. Japans Staatsverschuldung beläuft sich auf unglaubliche 248 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Zum Vergleich: die Quote des quasi zahlungsunfähigen Griechenland beträgt »nur« 177 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt.

Derartige Zahlen sind unvorstellbar und in der Regel nicht mehr als Statistiken. Es wird keinen Kontoauszug geben, auf dem ein entsprechender Soll-Wert aufgeführt wird. Und in der Regel spüren die Endverbraucher derartige Belastungen auch nicht. Problematisch wird es aber dann, wenn das Vertrauen der anderen Staaten innerhalb des globalen Marktes in eine Staatswirtschaft abhanden kommt. Dann gibt es keine neuen Kredite mehr, es werden keine neuen Verträge abgeschlossen und die Menschen im Land sind auf ihre eigenen Produkte angewiesen. Knappe Güter werden schnell immer teurer, die Inflation steigt und der Staat sieht sich gezwungen, die Geldmenge zu regulieren. So wie in Griechenland vor gar nicht all zu langer Zeit.

Solche oder ähnliche Regierungsentscheidungen stoßen meist auf wenig Verständnis bei den Bürgern. Nicht selten führen wirtschaftliche Schräglage zu Unruhe, Instabilität und hin und wieder auch zu offenem Aufruhr; wenn nicht sogar zu einer Revolution, einem Staatsstreich oder der Etablierung eines totalitären Regimes. 

Sven von Storch

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