Gigantomanie bei Solarparkbetreibern frisst Agrarland
Gigantomanie bei Solarparkbetreibern frisst Agrarland
Datum: 26.05.2021 - 09:57 Uhr
Agrarland wird in Deutschland immer knapper. Städte wachsen nach und nach in die Breite und fressen sich in die umliegende Landschaft. Doch auch in ländlichen Gebieten nehmen die landwirtschaftlich genutzten Flächen massiv ab. Das liegt daran, dass die Solarparkbetreiber hierzulande an Gigantomanie leiden und sich überall schier grenzenlos ausbreiten. Dabei fressen sie Agrarland rücksichtslos weg und verdrängen die bisherigen Pächter mit unverschämten Preisen. Bringt ein Hektar landwirtschaftlich genutzter Boden dem Eigentümer beispielsweise gerade einmal durchschnittlich 190 Euro (Brandenburg) oder 290 Euro (Sachsen-Anhalt), so schmeißen die Solarparkbetreiber mit Summen von bis zu 3.000 Euro pro Hektar geradezu um sich.
Vor allem in Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt findet derzeit eine Verdrängung landwirtschaftlicher Betriebe zugunsten der Solarparkbetreiber statt. Die Investitionssummen eines einzelnen Projektes überschreiten dabei sehr schnell die 100-Millionen-Marke. Vor allem aber besteht die Problematik darin, dass der Flächenbedarf bei Solaranlagen extrem ist, selbst im Vergleich zur Windkraft: um die gleiche Menge Energie zu generieren, brauchen Solaranlagen die 83-fache Menge an Fläche wie Windkraftanlagen.
Unter anderem deswegen hat das brandenburgische Landwirtschaftsministerium weitere Ausschreibungen bezüglich der Umwidmung von Agrarland in Solarparks einen Riegel vorgeschoben. Sogar der
Brandenburger Landwirtschafts- und Umweltminister Axel Vogel (von den Grünen!) bezeichnet die jetzige Entwicklung als problematisch: immer mehr Investoren seien auf Landsuche unterwegs, weil es so viel einfacher sei, mit Solarparks an Geld zu kommen als mit landwirtschaftlicher Arbeit.
Die größten derzeit geplanten Projekte sind (Anm: 1 Hektar sind 100 x 100 Meter):
- Solarpark Weesow-Willmersdorf (bei Berlin) auf 164 ha mit 187 Megawatt (MW)
- Solarpark Satzkorn bei Potsdam auf 76 ha und mit 65 MW
- Solarpark Haßleben, Boitzenburger Land auf 190 ha (ursprünglich 280 ha) mit jetzt 175 MW
- Solarpark Sydower Fließ (bei Bernau) auf etwa 200 ha
- Senftenberg (166 MW), Neuhardenberg ( 145 MW) und Groß Dölln (128 MW
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