Gestern vor 40 Jahren wurde Hanns Martin Schleyer von der RAF hingerichtet
Gestern vor 40 Jahren wurde Hanns Martin Schleyer von der RAF hingerichtet
Datum: 19.10.2017 - 10:00 Uhr
Es war die bisher größte Herausforderung durch Linksterroristen, der sich die Bundesrepublik Deutschland stellen musste. Anfang September 1977 hatte ein Kommando der »Roten Armee Fraktion« (RAF) den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer entführt. Sein Fahrer und seine drei Leibwächter wurden auf offener Straße von den Terroristen mit mehr als 100 Schüssen quasi hingerichtet, Schleyer wurde verschleppt. Das Ziel der RAF war, auf diesem Weg die in Stuttgart-Stammheim einsitzenden führenden Köpfe der RAF, vor allem Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, freizupressen.
Weil die Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt jedoch klar machte, dass sie einer solchen Forderung nicht nachkommen werde, wurde Schleyer von der RAF verschleppt und erst in die Niederlande und danach nach Belgien verbracht. Um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, entführte ein mit der RAF verbündetes palästinensisches Terrorkommando am 13. Oktober 1977 die Lufthansamaschine »Landshut« auf ihrem Flug von Mallorca nach Frankfurt am Main. Nach einer bis dato einmaligen Odyssee landete die Boeing 737 letztlich in Mogadischu. Das Terrorkommando hatte zwischenzeitlich den Flugkapitän Jürgen Schumann ermordet und drohte damit, das Flugzeug mitsamt seiner über 80 Passagiere und dem Personal in die Luft zu sprengen.
Daraufhin setzte Schmidt die Anti-Terror-Einheit »Grenzschutzgruppe 9« (GSG 9) in Richtung Mogadischu in Bewegung, um die Geiseln zu befreien. Um wenige Minuten nach Mitternacht des 18. Oktober 1977 stürmte die GSG 9 das Flugzeug, tötete drei der Terroristen, setzte die vierte Terroristin außer Gefecht und rettete alle Geiseln und die Flugbegleiter. Nach Bekanntwerden des Fehlschlags ihrer palästinensischen Verbündeten richteten die RAF-Terroristen Hanns Martin Schleyer mit drei Schüssen in den Hinterkopf hin. Sein Leichnam wurde einen Tag später, also genau heute vor 40 Jahren, im Kofferraum eines Audi 100 in Mülhausen im Elsaß aufgefunden.
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