Genitalverstümmelung bei Frauen
Genitalverstümmelung bei Frauen
Datum: 07.02.2017 - 08:19 Uhr
Anders als bei Männern, wo die Beschneidung neben dem religiösen Charakter auch durchaus eine medizinische und hygienische Begründung erfährt, findet sich für diese Praxis bei Mädchen und Frauen keinerlei Rechtfertigung; es handelt sich schlicht und ergreifend um eine Genitalverstümmelung.
Hierbei werden den Mädchen und jungen Frauen teilweise oder vollständige die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane entweder komplett entfernt oder zumindest stark beschädigt. Sie wird ohne medizinische Begründung durchgeführt, ist meist mit starken Schmerzen verbunden, kann schwere körperliche und psychische Schäden verursachen und führt nicht selten zum Tod. Die unterschiedlichen Typisierungen der Verstümmelung können hier bei Wikipedia nachgelesen werden; es ist jedoch kein Thema für Menschen mit schwachem Magen.
Zu den Religionsgruppen, die die Beschneidung weiblicher Genitalien praktizieren, zählen in erster Linie Muslime. Alle vier sunnitischen Rechtsschulen befürworten die Beschneidung von Frauen. Die Schafiiten erklären sie explizit zur religiösen Pflicht. In den Ländern des Nahen Ostens und Ostafrikas, in denen die schafiitische Rechtsschule dominiert, ist die Beschneidung deshalb auch allgemein verbreitet. Auch einer überlieferten hanbalitischen Position zufolge ist die Beschneidung bei Frauen religiöse Pflicht. Für die Malikiten ist die Beschneidung Prophetentradition und damit empfehlenswert, für die Hanafiten wie auch für manche Hanbaliten ist sie ehrenhaft.
In Deutschland und zahlreichen anderen zivilisierten Länder ist sie schlicht und ergreifend strafbar und wird als schwere Menschenrechtsverletzung bezeichnet. Und auch die Vereinten Nationen fordern ein umfassendes Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung. Denn weltweit sind etwa 200 Millionen Frauen und Mädchen Opfer dieses Aktes der Barbarei geworden.
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