Geisels Polizisten blockierten angemeldeten Weg des Demonstrationszugs
Geisels Polizisten blockierten angemeldeten Weg des Demonstrationszugs
Datum: 31.08.2020 - 08:48 Uhr
Drei Gerichte hatten den Initiatoren das Recht auf Versammlungsfreiheit bestätigt, die Demonstration durfte stattfinden, exakt unter den Bedingungen, die der Veranstalter in seinem eigenen Hygienekonzept bedacht hatte. Sprich: Einhaltung des Mindestabstands, aber keine Maskenpflicht. Entsprechend versammelten sich in der Straße Unter den Linden mehrere zehntausende Menschen, um für ihre Grundrechte zu demonstrieren. Der Zug sollte dann unter anderem über die Friedrichstraße am Bundestag und am Reichstag vorbei zur Abschlusskundgebung auf der Straße des 17. Juni führen.
Doch bereits nach wenigen Minuten blockierten die vom Innensenator Geisel in Position gebrachten Polizisten den Weg des Zuges. Ein Weiterkommen war nicht möglich und bevor sich bis in die hintersten Reihen des Zuges die Meldung herumgesprochen hatte, dass es vorne wegen des Polizeieinsatzes nicht mehr weiterging, waren Gruppe um Gruppe aufgerückt. Die logische Konsequenz: in den vorderen Reihen konnte der Mindestabstand nicht mehr eingehalten werden.
Geisels Berliner Polizisten ließen dann auch gleich schweres Gerät in Form von Wasserwerfern als Drohkulisse auffahren. Die standen interessanterweise nicht - wie sonst bei Polizeieinsätzen üblich - an einem zentralen Ort, sondern waren unmittelbar vor Ort geparkt. Die an diesem Ort ebenfalls eingesetzten Landespolizisten aus Niedersachsen und NRW schienen mit der von der Berliner Polizeiführung herbeigeführten Verschärfung der Situation nicht ganz einverstanden zu sein. Denn während sich einige wenige Berliner Polizisten aufführten, als wären die Gerichtsurteile zu Gunsten der Demonstranten ein gegen sie selbst gerichteter persönlicher Angriff, versuchten die Polizisten aus Niedersachsen und NRW deeskalierend zu wirken.
Fakt ist: hätte die Berliner Polizeiführung den Weg des Zuges, der sich auf dem angemeldeten Kurs befand, nicht blockieren lassen, wäre es nicht zu den Engpässen und den Unterschreitungen des Mindestabstandes gekommen. Selbst aber eine Situation herbeizurufen, um sich damit einen Grund zu verschaffen, eine genehmigte Demonstration auflösen zu dürfen, hat schon etwas perfides an sich. Nur: geklappt hat es, anders als es Mainstreammedien in vorauseilendem Gehorsam meldeten, nicht.
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