Gabuns Militär putscht gegen französischen Handlanger Bongo
Gabuns Militär putscht gegen französischen Handlanger Bongo
Datum: 31.08.2023 - 09:36 Uhr
Frankreichs Rohstoffquellen in Westafrika nehmen ab. Das nächste Regime aus der Zeit des »Françafrique« hat ausgedient: das Militär in Gabun hat den seit 1967 mit massiver Unterstützung aus Paris herrschenden Bongo-Clan abgesetzt und selbst das Heft des Handelns in die Hand genommen. Von 1663 bis 1960 war Gabin französische Kolonie und gehörte zu den Besitzungen »Französisch-Äquatorialafrika«. Nach deren Auflösung 1958 wurde Gabun erst teil-autonom, bevor es 1960 offiziell die völlige Unabhängigkeit erlangte.
Das allerdings war Augenwischerei. Gabun war und ist reich an Bodenschätzen - und die wollte und will Paris bis heute billig abgreifen. Also suchte man einen frankophilen Herrscher, den man an die Spitze des Landes setzen konnte. Der wurde in Omar Bongo gefunden, der 1967 als Präsident installiert wurde und nur zu bereitwillig zuerst das Öl und später die anderen Bodenschätze wie Mangan, Uran, Eisenerze, Gold und Holz an Frankreich (und später die USA) vertickte. Natürlich gegen einen massiven Obolus, der in die Privatschatullen des Bongo-Clans floss.
Gabun erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt vergleichbar mit dem Argentinies; dennoch leben mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Armut. Weil eben der Bongo-Clan die meisten Einnahmen abgreift und sie unter den eigenen Parteigängern verteilt; wobei: verteilte muss es jetzt heißen. Das Militär in Gabun hatte die Nase nach 55 Jahren Bereicherung und Korruption des Bongo-Clans die Nase voll und putschte. Sie setzten Ali Ben Bongo Ondimba kurzerhand ab (Bericht Tagesschau) und ihn unter Hausarrest gestellt.
Wenig überraschend hat Frankreich gegen die Absetzung seines Handlangers protestiert. Der Zugriff auf die billigen Rohstoffquellen im Land ist erst einmal versiegt, das französische Bergbauunternehmen Eramet hat als Reaktion auf den Putsch seine Aktivitäten im Land zunächst einmal vollständig eingestellt.
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