Fühlt sich nicht an, als wäre ich in Belgien
Fühlt sich nicht an, als wäre ich in Belgien
Datum: 28.04.2022 - 10:39 Uhr
In einem Interview mit der belgischen Zeitung Humo spricht Conner Rousseau über den gefährdeten Brüsseler Stadtteil Molenbeek. »Wenn ich durch Molenbeek fahre, fühle ich mich nicht wie in Belgien«, sagt der sozialdemokratische Parteivorsitzende.
In dem Interview erklärt Rousseau, dass ein großer Teil der Einwohner von Molenbeek in Belgien geboren wurde, aber immer noch nicht assimiliert ist und kaum die Sprache lernt. Aufgrund des Lehrermangels gibt es in Brüssel Leute, die Arabisch unterrichten, weil sie kein Französisch sprechen. Das sei inakzeptabel, sagt er. Die Ausbrüche schlugen wie eine Bombe im belgischen Establishment ein und lösten heftige Diskussionen aus.
Vooruits französischsprachiges Gegenstück ist die Sozialistische Partei (PS), und ihr Fraktionsvorsitzender im Parlament, Ahmed Laaouej, verurteilt Conner Rousseau scharf. Laut Laaouej sind Rousseaus Worte »inakzeptabel, stigmatisierend und fremdenfeindlich«. Brüssel sei eine kosmopolitische Region mit Bezirken, die eine große Bevölkerungsvielfalt aufweisen. Sie verdienen etwas Besseres als diese Verachtung, die einer Kneipendiskussion würdig ist, sagte Ahmed Laaouej laut Remix.
Molenbeeks Bürgermeisterin Catherine Moureaux bezeichnet Rousseaus Haltung gegenüber der Gemeinde als »karikiert« und »verächtlich«. Auch mehrere Bundesminister der Linken verurteilen seine Äußerungen - und sogar einige Mitglieder seiner eigenen Partei stimmen in den Chor der Kritiker ein. Die flämische nationalistische Rechte verteidigt jedoch den 29-jährigen Conner Rousseau, schreibt Remix.
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