Freiwilliger Helfer (39) aus Ruanda hat Brandanschlag auf Kathedrale gestanden
Freiwilliger Helfer (39) aus Ruanda hat Brandanschlag auf Kathedrale gestanden
Datum: 27.07.2020 - 11:05 Uhr
Ein 39-jähriger Mann aus Ruanda, freiwilliger Helfer bei der Diözese in Nantes, hat den Brandanschlag auf die Kathedrale von Nantes gestanden. Er war bei den Ermittlungen nach dem Brand schnell in den Fokus geraten, da er für die Schließung der Kathedrale am Vorabend des Brandes verantwortlich war. Nachem die Polizisten ihn bereits einmal in Gewahrsam genommen hatten, ihn aber wieder laufen ließen, kam der Ruander danach mit anwaltlichem Beistand auf die Behörden zu und gestand am vergangenen Wochenende den Brandanschlag vor einem Ermittlungsrichter.
Über das Motiv des Täters liegen derzeit noch keine gesicherten Kenntnisse vor. Ein islamisch motivierter Anschlag gilt aber als relativ ausgeschlossen, da die große Mehrheit der Bevölkerung in Ruanda christlichen Glaubens (51 Prozent Katholiken, 26 Prozent Protestanten und 11 Prozent Adventisten) ist. Lediglich zehn Prozent der Ruander sind Muslime.
Ob tatsächlich die Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich ausschlaggebend für eine Art Kurzschlusshandlung des 39-Jährigen ist, wie sein Anwalt es in einer ersten Stellungnahme durchscheinen ließ, wird ebenso wie andere Möglichkeiten ermittelt. Zumindest bereue sein Mandant die Tat »bitterlich«, sagt sein Rechtsbeistand Quentin Chabert der Zeitung Presse-Océan.
Dem Ruander droht bei einer Verurteilung wegen schwerer Brandstiftung bis zu zehn Jahre Haft oder laternativ eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 150.000 Euro. Für den Rektor der Kathedrale, Hubert Champenois, ist die Tat des 39-Jährigen kein Grund, den Stab über den mutmaßlichen Brandstifer zu brechen. Er sprach ihm nach dem Brand weiterhin sein »volles Vertrauen« aus. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte Champenois, der Mann »liebe die Kathedrale« und hätte sie ganz sicher nicht zerstören wollen.
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