Freigabe für neue Anlandung von Geretteten erteilt

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Freigabe für neue Anlandung von Geretteten erteilt
Datum: 29.01.2020 - 09:48 Uhr

Die jetzige Mitte-Links-Regierung Italiens hat den Schleppern und Schleusern, die ihr Handwerk im östlichen Mittelmeer mit der Unterstützung finanzkräftiger Organisationen versehen, vor einigen Wochen die Häfen des Landes wieder weit geöffnet. Der vorherige italienische Innenminister Matteo Salvini hatte jenen Geschäftemachtern das Tor vor der Nase zugeschlagen und die Häfen seines Landes als Tabuzone erklärt. Verstöße dagegen ließ Salvini hart ahnden. Doch jetzt ist das anders. Seit der Freigäbe der italienischen Häfen sind wieder jede Menge dubioser »Retter« vor der libyschen Küste unterwegs, um dort ihre Kunden abzuholen und per Express in die EU zu eskortieren.

Für die Betreiber der »Ocean Viking« gab es grünes Licht, um die an Bord befindlichen rund 400 »Geretteten« direkt in den Hafen von Tarent befördern zu dürfen. Die »Flüchtlinge« sollen überwiegend aus dem Sudan, Somalia und Eritrea stammen - keines dieser Länder führt derzeit einen Krieg. Mehr als die Hälfte an Bord sind junge Männer.

Zeitgleich gab es die Freigabe für die »Alan Kurdi«, die an Bord befindlichen knapp 80 nach Malta befördern zu dürfen. Das Schiff braucht nicht einmal einen Hafen anzulaufen, die maltesische Marine kommt der Alan Kurdi entgegen, um die Passagiere noch auf hoher See zu übernehmen.

Der in Libyen ausgefochtene Bürgerkrieg sei für die Zunahme der Flucht über See verantwortlich, führen die selbsternannten Retter und die dahinter stehenden Lobbygruppen an. Allerdings wird jener Bürgerkrieg tief im Westen des Landes ausgetragen, die sogenannte Flucht aber beginnt in der Regel in der Syrte, rund 500 Kilometer von den Gefehchten entfernt.

Sven von Storch

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