Franz Beckenbauer gestern verstorben

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Franz Beckenbauer gestern verstorben
Datum: 09.01.2024 - 09:42 Uhr

Die ganze Fußballwelt trauert um einen der größten ihrer Zunft: Franz Beckenbauer ist gestern im Alter von 78 Jahren verstorben. Aufgrund seiner für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich eleganten Art, Fußball zu spielen, erhielt er schon früh den Beinamen »Kaiser«: der Fußball-Kaiser verstand es, Pässe aus dem Fußgelenk über 30, 40 Meter millimetergenau seinen Mitspielern zu servieren. Dass er auch ein sogenanntes Kampfschwein sein konnte, zeigte er unter anderem beim Finale der Fußballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko. Zur Mitte der zweiten Halbzeit kugelte sich Beckenbauer die Schulter aus. Da das Auswechselkontingent erfüllt war, ließ er sich die Schulter provisorisch einrenken und spielte weiter, auch in der Verlängerung.

Den Weltmeistertitel, der ihm als Spieler 1970 in dem besagten Finale durch die umstrittenen Entscheidungen des extrem schlechten Schiedsrichter noch versagt blieb, holte er 1974 bei der Weltmeisterschaft in der Heimat mit einem 2:1-Finalsieg gegen die Niederlande. Dieses Kunststück gelang ihm 1990 in Italien, dieses Mal allerdings als Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft (die damals auch noch eine wirkliche Nationalmannschaft war).

Seine für ihn selbst größte Leistung war, die Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland geholt zu haben und damit die Grundlage für das »Sommermärchen« geschaffen zu haben. Jahre danach kamen irgendwelche Schreiberlinge aus ihren Grotten und Kellern und warfen Beckenbauer unsaubere Machenschaften wie Bestechung bezüglich der Vergabe der Weltmeisterschaft vor.

In den internationalen Verbänden, wie bei der MA-FIFA oder dem IOC (Internationales Olympisches Komitee) fließt jede Menge Geld. Da werden die Großveranstaltungen nicht wirklich nach ökologischen oder sportlichen Gesichtspunkten vergeben, sondern an den, der am besten schmiert. Wer da glaubt, den ersten Stein werfen zu dürfen, der zieht sich die Hose vermutlich mit der Beißzange an.

Natürlich gibt es bei einer Lichtgestalt auch Schattenseiten und Kritik. Aber die verstand Beckenbauer meist mit seiner launigen, spitzbübischen Art zu umschiffen. Er war eben nicht nur der Kaiser, sondern auch ein Schlawiner, dem man gerne den einen oder anderen Fauxpas nachsah.

In den vergangenen Jahren war es ruhig um Beckenbauer geworden. Er hatte an den Angriffen im Zusammenhang mit dem Sommermärchen schwer zu kauen und empfand diese Undankbarkeit als persönlich Verletzung. Außerdem war für ihn der deutsche Fußball unpolitisch und mit den Farben schwarz/rot/gold untrennbar verbunden. Das Regenbogen-Queer-Gender-Gehabe und Getue um den DFB und seine Auswahl war Beckenbauers Welt nicht.

Ruhe in Frieden, Fußball-Kaiser.

Sven von Storch

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