Finnland meistert in Europa die Corona-Krise am besten

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Finnland meistert in Europa die Corona-Krise am besten
Datum: 26.01.2021 - 11:35 Uhr

Finnland wurde zu Beginn des vergangenen Jahres von der Ausbreitung des Corona-Virus genau so überrascht wie viele andere Nationen. Im Unterschied zu vielen anderen Regierungen aber hat das Kabinett von Juha Sipilä (Zentrumspartei) die Bürger des Landes in die Entscheidungsfindung eingebunden. Maßnahmen wurden nicht von einer Art Geheimgesellschaft hinter verschlossenen Türen ausbaldowert, sondern standen und stehen stets im Einklang mit der finnischen Verfassung. Die Koalition aus der Zentrumspartei, der konservativen Nationalen Sammlungspartei und der nationalkonservativen Blauen Zukunft, reagierte schnell und zielorientiert.

Während man in Deutschland zu Beginn des vergangenen Jahres noch rumeierte und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor fast genau einem Jahr verkündete, dass die »Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China« gering bliebe, machte man in Finnland bereits Nägel mit Köpfen.

Man setzte vor allem darauf, dass man, wenn man die Menschen im Land an den Diskussionen und Prozessen teilhaben lässt, sie auch relativ einschneidenden Maßnahmen gegenüber aufgeschlossen sein werden. So waren unter anderem die verhängten Schulschließungen zu keiner Zeit Grund für Missfallenskundgebungen. Das liegt zu einem großen Teil aber auch daran, dass in Finnland - im Gegensatz zu Deutschland - das digitale Netz in allen Landesteilen perfekt ausgebaut ist. Dabei ist Finnland mit rund 338.000 Quadratkilometern Fläche nur geringfügig kleiner als Deutschland (rund 357.000 Quadratkilometer). Aber selbst auf einem kleinen Hof in der nahezu menschenleeren Gegend um Raja-Jooseppi an der russischen Grenze hat man besseren Empfang als mitunter in deutschen Metropolen. Und: in Finnland hat nahezu jeder Schüler seinen eigenen Laptop. In Deutschland müssen sich 68(!) Schüler einen einzigen Laptop teilen.

Gleiches gilt auch für das Arbeiten von zuhause aus, neudeutsch »Home-Office«. Auch hier könnten die Unterschiede zwischen Finnland und Deutschland kaum größer sein. In Finnland ist diese Art der Arbeit in vielen Bereichen schon lange eine Selbstverständlichkeit, während man in Deutschland erst jetzt, der Not gehorchend, sich beginnt, damit zu befassen.

Zu guter Letzt liegt ein Schlüssel in dem Erfolg des finnischen Wegs aber auch bei den Finnen selbst: sie sind von ihrem Naturell eher zurückhaltend und distanziert. Außer beim gemeinsamen Sauna-Besuch halten Finnen gerne Distanz. Alles unterhalb eines Meters Abstand gilt schon fast als Intimverkehr. Daher waren auch die von der Regierung empfohlenen Abstandsregelungen für die Finnen eher eine Selbstverständlichkeit.

Weil die Regierung von Juha Sipilä offen mit den Menschen im Land geredet hat, sie jederzeit von den Ereignissen, Gegebenheiten und Entscheidungen informiert und die Gründe argumentativ dargelegt hat, kommt Finnland besser mit der Corona-Krise klar als Deutschland.

Merkel und Co. arbeiten ja lieber im Geheimen, treffen Beschlüsse am Grundgesetz vorbei und belangen die Menschen mit Bußgeldern, wenn sie sich diesen dem Grundgesetz zuwider laufenden Schritten entgegenstellen. Finnland zeigt, wie es anders hätte gehen können - wenn man es denn auch wirklich gewollt hätte und mit einer Regierung, die sich für die Belange der Bürger im Land einsetzt.

 

 

 

 

Sven von Storch

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