Finnland baut Kernenergie weiter aus
Finnland baut Kernenergie weiter aus
Datum: 27.04.2020 - 10:37 Uhr
Kernenergie ist hinsichtlich des CO2-Ausstoßes eine saubere Energie. Problematisch und störanfällig sind die mitunter uralten Anlagen, die in manchen Ländern noch am Netz sind. Die Lösung für die Zukunft könnten kleinere, dezentral errichtete Reaktoren sein, wie sie in Kanada, Südkorea oder einigen anderen Staaten bereits entwickelt und vorgestellt worden sind.
Finnland geht da wieder einen ganz eigenen Weg. Seine rund fünfeinhalb Millionen Bürger werden bereits jetzt überwiegend mit Kernenergie versorgt. Vier Reaktoren versorgen die Menschen von Nuorgam im hohen Norden des Landes bis Hanko, der südlichsten finnischen Festlandsgemeinde. Allein das Kraftwerk Olkiluoto in der Nähe von Eurajoki versorgte 17 Prozent der Finnen mit Energie. Zum Vergleich: die Windkraft deckt gerade einmal 7 Prozent des Energiebedarfs des Landes ab. Bei Eurajoki wird derzeit ein weiterer Reaktor errichtet, um das Ziel der CO2-Neutralität bei der Energiegewinnung bis 2035 zu realisieren. Ein weiterer Reaktor wird in Nordwesten des Landes bei Hanhikivi errichtet, der 2028 ans Netz gehen soll.
Die finnischen Reaktoren gelten mit einem Kapazitätsfaktor von 95 Prozent als die effizientesten Kraftwerke weltweit. Unter dem Kapazitätsfaktor versteht man bei Kernreaktoren die in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich gewonnene Energiemenge in Relation zu der im selben Zeitraum theoretisch zu gewinnenden maximalen Energiemenge. Zum Vergleich: bei Windkraftanlagen in Deutschland liegt dieser Faktor zwischen 18 und 30 Prozent, bei der Solarenergie sogar noch deutlich darunter.
Finnland macht auch in Sachen Entsorgung der ausgebrannten Elemente gleich Nägel mit Köpfen. Das seit 1992 bestehende bisher für schwach radioaktive Abfälle vorgesehene Lager bei Olkiluoto wird durch neue, bis etwa 500 Meter in die Tiefe führende Schächte erweitert. In der größten Tiefe werden dann die in Kupfer eingekapselten nuklearen Abfälle gelagert.
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