Fast drei Millionen Kinder gelten in Deutschland als armutsgefährdet
Fast drei Millionen Kinder gelten in Deutschland als armutsgefährdet
Datum: 15.09.2017 - 09:52 Uhr
Gustav Heinemann schuf einst den Satz: »Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.« Dieser Satz lässt sich auch ohne große Kraftanstrengung auf die Politik übertragen: man erkennt eine Regierung daran, wie sehr sie sich der Belange der schwächsten Bevölkerungsgruppen annimmt. Unter diesem Aspekt kann man der Merkel-Regierung nur ein Totalversagen attestieren. Denn zu den Bevölkerungsgruppen, die einer besonderen Sorgfalt bedürfen, gehören naturgemäß nun einmal die Kinder. Und die Kinder in Deutschland werden von Merkel und Konsorten schlicht und ergreifend ignoriert.
Die Zahlen des Familienreports 2017, der von der Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) heute vorgestellt wird, sind alarmierend genug. Fast drei Millionen Kinder in Deutschland gelten als armutsgefährdet. Berücksichtigt man, dass dieser Report von der Merkel-Regierung in Auftrag gegeben wurde und demzufolge vor Erscheinen noch entsprechend »überarbeitet« wurde, ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen. Doch selbst die laut Familienreport offizielle Armutsrisikoquote von 19,7 Prozent der aktuell unter 18-Jährigen ist schockierend und alarmierend genug.
Doch eine gute, gezielte Familienpolitik, um dieser Entwicklung entgegen zu steuern, sucht man in Merkels Wahlprogramm vergeblich. Sie geht ja selbst bei ihren TV-Auftritten und den Diskussionen auf dieses Thema gar nicht erst ein. Für Kinder scheint Merkel nur dann ein Herz zu haben, wenn sich daraus ein medienwirksames Foto machen lässt. Ansonsten meidet sie diesen wichtigen Bereich der Politik wie der Teufel das Weihwasser.
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