EZB soll ihre Wertpapierkäufe beenden
EZB soll ihre Wertpapierkäufe beenden
Datum: 17.01.2017 - 10:03 Uhr
In einem Interview mit der »Börsen-Zeitung« geht Volker Wieland mit der derzeitigen Politik der Europäischen Zentralbank hart ins Gericht und hat sich für ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik ausgesprochen. »Die EZB muss den Fuß jetzt vom Gas nehmen«, sagte Wieland und forderte, dass die Euro-Hüter ihre Wertpapierkäufe (Quantitative Easing, QE) jetzt schrittweise reduzieren »und noch in diesem Jahr beenden«.
Anfang Dezember hatte der EZB-Rat entschieden, die Wertpapierkäufe über das zunächst avisierte Ende im März 2017 hinaus bis Dezember 2017 zu verlängern. Zwar sollte das monatliche Kaufvolumen von bisher 80 Milliarden Euro auf dann »nur« 60 Milliarden Euro reduziert werden; faktisch jedoch sind das Mehrausgaben in Höhe von 540 Milliarden Euro gegenüber der ursprünglichen Planung.
Die Verlängerung dieser Käufe passe nicht zum Wachstums- und Inflationsausblick, kritisierte Wieland. Darüber hinaus unterschätze die EZB die Risiken ihrer Politik für die Finanzstabilität und die Reformpolitik in der Eurozone. Denn trotz der erheblichen Käufe habe es keine deutliche Entspannung innerhalb des Euroraums gegeben. Ganz im Gegenteil. Wieland wörtlich: »Die Eurozone ist noch nicht aus der existenziellen Krise herausgekommen.«
Insbesondere die Lage in Italien bewertet er als kritisch. Er sieht das Land als möglichen Kandidaten für ein Programm des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und hält auch einen Euro-Austritt Italiens nicht für auf Dauer ausgeschlossen.
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