EZB hat Staatsanleihen in Höhe von fast 1,5 Billionen Euro erworben
EZB hat Staatsanleihen in Höhe von fast 1,5 Billionen Euro erworben
Datum: 25.04.2017 - 11:36 Uhr
Die EZB unter Mario Draghi hat vor rund zwei Jahren mit ihrem von vielen Finanzexperten höchst umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen begonnen. Aktuell beläuft sich der Buchwert der angekauften Papiere auf eine Summe von 1,497 Billionen Euro. Ausgeschrieben sieht die Zahl so aus: 1.497.000.000.000! Der Haushalt der Bundesrepublik Deutschland beläuft sich für das Jahr 2017 auf 329,1 Milliarden Euro. Die von der EZB angehäuften Anleihen entsprechen vom Nennwert her also knapp dem fünffachen des Bundeshaushaltes.
Doch nicht die Zahlen alleine sind das Problem. Das große Risiko besteht darin, dass sich in diesem Topf der EZB nicht nur wertstabile Staatsanleihen (wie zum Beispiel die der Bundesrepublik Deutschland oder anderer funktionsfähiger Volkswirtschaften) befinden, sondern aufgrund der von der europäischen Notenbank selbst vorgegebenen Richtlinien anteilig auch Werte der durchaus als marode zu bezeichnenden Volkswirtschaften aus Griechenland, Italien und anderer südeuropäischer Euro-Mitgliedsländer.
Diese Werte füllen den Topf zwar mit ihrem Nennwert auf, Finanzanalysten und Experten bezweifeln aber, dass diese Anleihen auf dem freien Markt auch nur einen Bruchteil ihres Wertes einbringen könnten. Die EZB ist daher fast schon genötigt, weitere Papiere der darbenden südeuropäischen Länder zu kaufen, um den Euro stabil zu halten. Denn täte sie dies nicht, so besteht die Gefahr, dass entweder die eine oder andere schwächelnde Volkswirtschaft den Euro in die Tiefe zieht und somit alle Papiere an Wert verlieren. Oder aber das ein schwaches Euro-Mitgliedsland aus der Gemeinschaftswährung entlassen wird, um einen Sogeffekt zu verhindern. Dies würde aber heißen, dass die Staatsanleihen dieses Landes nur noch reines Altpapier sein werden. Doch dazu ist die Summe der seitens der EZB aufgekauften Werte in der Zwischenzeit zu groß. Draghi hat sich und die EZB selbst in eine ausweglose Situation manövriert.
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