EZB betreibt Industriepolitik zu Gunsten der Großkonzerne
EZB betreibt Industriepolitik zu Gunsten der Großkonzerne
Datum: 29.06.2017 - 09:39 Uhr
Mario Draghi wollte sehr gerne, so macht es den Eindruck, im Geheimen weiter wurschteln und fast niemanden wissen lassen, welche Anleihen er von den Abermillionen vom Steuerzahler erbrachten Euro aufgekauft hat; sprich: welche Unternehmen er damit gezielt förderte. Lediglich die Insider waren darüber informiert - ein kleiner, elitärer Personenkreis, der möglicherweise bei der Auswahl der zu fördernden Unternehmen nicht immer ganz uneigennützig entschieden hat.
Doch jetzt musste die EZB die Hosen runter lassen und die Daten veröffentlichen. Auf den Seiten der EZB kann nun jeder Bürger nachlesen, welche Firmen in welchen Umfang sich des warmen Geldregens von Draghi und seinen Spießgesellen erfreuen durften. Man muss allerdings schon einige Zeit suchen, bis man die Daten auffindet. So richtig offen will Draghi damit immer noch nicht umgehen, wie es den Anschein hat.
Die »Wirtschaftswoche« hat in ihrem aktuellen Bericht ein paar Höhepunkte dieses Förderprogrammes erörtert. So gehören zu den bevorzugten Unternehmen unter anderem der Bayer-Konzern in Leverkusen und der belgische Getränkekonzern Anheuser-Busch; zwei global agierende Konzerne, die dafür bekannt sind, Mitbewerber reihenweise aufzuschnupfen. Und genau diese beiden Unternehmen werden mit dem billigen Draghi-Geld in die Lage versetzt, weitere Mitbewerber aufzukaufen und aus dem Markt zu verdrängen.
Aber auch italienische Unternehmen werden von Draghi beim Ausschütten des Füllhorns bedacht. Atlantia ist der italienische Autobahnbetreiber, kassiert daher die Maut. In Frankreich ist dafür das spanische Unternehmen Abertis verantwortlich. Durch den warmen Geldregen Draghis wurde Atlantia in die Lage versetzt, Abertis ein Übernahmeangebot in Höhe von 16 Milliarden Euro zu unterbreiten. Man könnte jetzt abwinken und das als ganz normalen Vorgang in der Geschäftswelt abtun; doch Großaktionär bei Atlantia ist die Familie Benetton. Und deren enge Beziehungen zu Draghi bestehen schon seit vielen Jahrzehnten. In Italien legt man eben noch Wert auf familiäre Bindungen.
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