EU sei eine Kreuzritter-Allianz
EU sei eine Kreuzritter-Allianz
Datum: 03.04.2017 - 07:37 Uhr
Am 16. April findet in der Türkei das von Erdogan initiierte Referendum zur Verfassungsreform statt. Wird dieses Referendum angenommen, so verschwindet das letzte bisschen Demokratie im Land am Bosporus. Aus der 1920 von Kemal Atatürk geschaffenen parlamentarischen Türkei entstünde de facto ein absolut geführter Staat mit Erdogan an dessen Spitze. Dafür rühren der türkische Staatschef und seine Propagandisten unter ihren Landsleuten nicht nur emsig die Werbetrommel, sondern schrecken auch vor Verfolgung und Denunziation Andersdenkender nicht zurück.
Erdogan selbst keilt besonders gern verbal gegen seine Kritiker; sei es innerhalb des Landes wie auch außerhalb. EU-Politiker, die sich gegen die Annahme des Referendums aussprechen, sind für Erdogan grundsätzlich gleichzusetzen mit den Handlangern des »Schnauzbarts« aus Braunau oder werden von ihm auch als per se mit dem Namen eines Nutztieres bezeichnet, dessen Fleischverzehr für Muslime untersagt ist.
Aktuell hat sich Erdogan mit einer neuen Bezeichnung seiner Kritiker gemeldet. In einer Rede bezog er sich auf einen Empfang der EU-Staats- und Regierungschefs Ende März beim Papst und bezeichnete dieses Treffen als eine »Kreuzritter-Allianz«. Diese verhindere, dass die Türkei in die EU aufgenommen würde, weil die Türken mehrheitlich Muslime seien.
Mit der Annahme des Referendums könne, so Erdogan, das türkische Volk »den Anführern des Westens« eine Lektion erteilen. Auf deren Ratschläge seien seine Landsleute nicht angewiesen. Die 80 Millionen Türken können selbst entscheiden und benötigen keine Belehrungen von außerhalb.
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