Es geht beim BER nicht um Fertigstellung
Es geht beim BER nicht um Fertigstellung
Datum: 18.02.2019 - 10:58 Uhr
Die unendliche Geschichte des BER könnte, so Jörg Marks, ehemaliger Technick-Chef des BER, vor dem Untersuchungsausschuss durchaus ein Ende haben. Die dortige Baustelle sei zu keiner Zeit auf Fertigstellung ausgerichtet gewesen. Ein solches Projekt könne man gar nicht auf 100 Prozent bringen, so Marks weiter. Man könne den Flughafen durchaus öffnen. Doch dazu müsse man bei der einen oder anderen Vorschrift bei der Abnahme einfach einmal »Fünf grade sein lassen«, wird er in einem Bericht der Berliner Morgenpost zitiert.
Alleine die Verlegung von über 600 Kilometern Kabel sei so Marks eine »neverending story«. Dafür habe es im Grunde gnommen gar keinen Platz geben. Zudem haben sich die Normen und Vorschriften für die Kabelverlegung während der Bauzeit mehrfach geändert. 2016 mussten daher neue Kabel-Tragesysteme eingebaut werden. Wäre der BER zu der Zeit bereits am Netz gewesen, wären die geänderten Vorschriften ohne Belang geblieben.
Doch weil der BER nicht über eine gültige Baugenehmigung verfügte, konnte man auch nicht nach den alten, davor geltenden Normen weitermachen. Für die Beibringung einer gültigen Baugenehmigung ist der Bauherr verantwortlich. Bauherren beim BER sind der Regierende Bürgermeister von Berlin und der Ministerpräsident Brandenburgs; zumindest war das die ursprüngliche Struktur. Nach der Serie von Pleiten, Pech und Pannen aber wurde die Verantwortung auf andere Repräsentanten delegiert. Der einstige Berliner Regierende Bürgermeister Wowereit hat längst das Amt aufgegeben und sich so etwaiger Regressforderungen entzogen. Sein Nachfolger Michael Müller hat im März 2017 die Brocken als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hingeschmissen, um sein bisschen Restrenomee nicht gänzlich zu ruinieren. Geändert hat das an dem Desaster rund um den BER nicht. Gehandelt wird nach dem Motto »Rette sich, wer kann«.
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