Erzeugerpreisindex in Deutschland um über 30 Prozent höher als im Vorjahr

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Erzeugerpreisindex in Deutschland um über 30 Prozent höher als im Vorjahr
Datum: 21.04.2022 - 10:17 Uhr

Der Erzeugerpreisindex misst die in Deutschland erzeugten und im Inland verkauften Produkte und setzt sich zusammen aus mehrern speziallen Indizes, so zum Beispiel dem Erzeugerpreisindex für industrielle Produkte, mit dem die durchschnittliche Preisentwicklung von Rohstoffen und Industrieerzeugnissen erfasst wird. Einfach ausgedrückt: es wird geschaut und erfasst, wie sich die Preise beim Handel von Wirtschafts- und Industrieunternehmen untereinander entwickelt haben. Das mag im ersten Moment für den Endverbraucher nicht sonderlich interessant erscheinen, aber klar ist, dass Preissteigerungen in diesem Segment letztlich auf den Verkaufspreis im Supermarkt, in der Drogerie, in der Apotheke, beim Bäcker, beim Metzger, bei der Tankstelle, im Frisiersalon, im Fitness-Studio oder wo auch immer, aufgeschlagen werden. Genau deshalb sollten die nun folgenden Zahlen aufmerksam beachtet werden, denn sie schlagen sich früher oder später im eigenen Geldbeutel nieder.

Der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte liegt  im Vergleich zum Vorjahresmonat im März diesen Jahres um 30,9 Prozent höher! Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949.

Noch viel dramatischer ist die Steigerung bei den Energiepreisen. Sie lagen im März 2022 im Durchschnitt 83,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Vor allem die Börsenspekulation mit dem Gaspreis schraubte an der Preisschraube. Die Börsennotierung für Erdgas lag im März 2022 um unglaubliche 607,1 Prozent über dem Wert aus März 2021. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass die Erdgaslieferungen aus Russland Bestandteil fester langfristiger Verträge sind, demzufolge nicht an der Börse gehandelt werden und somit auch keinen Einfluss auf die dortigen Kurse haben.

Auch die sogenannten Vorleistungsgüter, hier vor allem Metalle, Dünge- und Futtermittel sowie Verpackungsmittel aus Holz, sind deutlich im Preis gestiegen. Sie sind im März 2022 um 23,3 Prozent teurer als im März 2021. Aluminium stieg um 57,1 Prozent, Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 55 Prozent. Düngemitteln und Stickstoffverbindungen stiegen sogar um 87,2 Prozent.

Alle diese Preissteigerungen machen sich früher oder später im Geldbeutel des Endverbrauchers bemerkbar. Die Zahlen sind bekannt, auch den (H)ampelmännern in Berlin. Aber die verschließen die Augen und verschenken Millionen und Milliarden für Kriegsgerät ins Ausland.

Sven von Storch

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