Erdogangs Prügel-Türken sind wieder unterwegs
Erdogangs Prügel-Türken sind wieder unterwegs
Datum: 22.09.2017 - 11:11 Uhr
Wer am türkischen Alleinherrscher Erdogan Kritik übt, der lebt gefährlich. Das gilt in der Türkei wie in vielen anderen Ländern. Während die Kritiker innerhalb der Staatsgrenzen der Türkei von jetzt auf gleich mitunter spurlos in den Kerkern des Erdogan-Regimes verschwinden, laufen diejenigen, die sich außerhalb des unmittelbaren Zugriffs dessen Schergen aufhalten, Gefahr, aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe von den örtlichen Sicherheitsbehörden zumindest vorübergehend in Gewahrsam genommen zu werden. Oder aber ihre Familienangehörigen und Freunde, die noch in der Türkei leben, sind massiven Repressalien ausgesetzt.
Doch auch bei Staatsbesuchen des Machthabers der Diktatürkei im Ausland hat Erdogan seine Entourage dabei, die dafür sorgt, dass kritische Stimmen unmittelbar mundtot gemacht werden. Deklariert als Leibwächter in edle Anzüge gesteckt, mischen sich die Schläger unter die Demonstranten oder Besucher einer Erdoganveranstaltung. Sobald jemand gegen Erdogan aufbegehrt wird er, wie aktuell zum wiederholten Male in den USA geschehen, von den Bodyguards massiv angegangen und mit Faustschlägen ins Gesicht traktiert.
Erdogan hatte seinen Besuch bei der UN-Vollversammlung mit einer Stippvisite vor dem Turkish American National Steering Committee, einer türkisch-amerikanischen Wirtschaftsvereinigung, verknüpft. Mehrere Besucher demonstrierten gegen ihn, einer von ihnen rief Erdogan entgegen, er sei ein Terrorist und solle aus dem Land verschwinden. Daraufhin stürzten sich gleich mehrere der Männer in schwarzen Anzügen auf den Rufer, packen ihn, zerren an ihm, schubsen ihn und schlagen gezielt auf das Gesicht des Mannes ein.
Bereits im Mai, bei Erdogans bis dato letzten Besuchs in den USA, gingen dessen Leibwächter massiv gegen Demonstranten vor und prügelten mehrere von ihnen krankenhausreif. Kritik an Erdogan ist gesundheitsgefährdend. Das steht fest.
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