Erdogan schickt Drohung an die USA

Veröffentlicht:

Erdogan schickt Drohung an die USA
Datum: 22.10.2019 - 11:01 Uhr

Noch gilt die vereinbarte Waffenruhe im Norden Syriens - mehr oder weniger. Der türkische Alleinherrscher Erdogan hatte seine Invasionsarmee in die Region geschickt, um angeblich eine Pufferzone zu errichten. De facto hat Erdogan einen Vernichtungsfeldzug gegen das kurdische Volk in der Region vom Zaun gebrochen. Seine ganzen wachsweichen Ausreden und Erklärungsversuche konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass er mit seinen getürkten Worten einer völkerrechtswidrigen Invasion eine Rechtfertigung verschaffen wollte. Allerdings scheiterte er in diesem Unterfangen grandios.

Weil er durch Verhandlungen nichts erreichen konnte, verlegt sich Erdogan seitdem auf Drohungen und Erpressungsversuche. An die EU gerichtet sagte er, dass er den Kontinent mit den in der Türkei befindlichen Flüchtlingen fluten werde, falls man weiterhin behaupte, bei dem Feldzug in Syrien handele es sich um eine türkische Invasion. Ein völkerrichtswidriger Einmarsch mit Bodentruppen in einen andren souveränen Staat mag in Erdogans ganz eigenem Sprachverständnis vielleicht als kollegiale Nachbarschaftshilfe gelten; weltweit aber wird ein solcher Angriff als Invasion bezeichnet - ob das dem Despoten vom Bosporus nun einmal gefällt oder nicht.

Die internationale Diplomatie versucht, Erdogan zu einem Rückzug seiner Truppen zu bewegen. Auf Initiatvie der USA wurde eine mehrtägige Waffenruhe vereinbart, die heute auslaufen wird. Erdogan drohte den USA, dass er seine Truppen tiefer nach Syrien einmarschieren lassen werde, wenn die ihm gemachten Versprechungen nicht eingehalten werden. Russlands Präsident Putin sprach gestern mit Erdogan. Russland seht an der Seite der syrischen Armee von Assad, die sich in der Zwischenzeit mit der kurdischen YPG gegen die türkische Invasion verbündet hat.

Deutsche Politiker möchten gerne in der Diplomatie der ganz Großen wie USA und Russland mitspielen. Aber die Versuche von Maas und AKK zeigen wieder einmal, wie wenig die Altparteienpolitiker des Landes von Diplomatie überhaupt verstehen. Außen- und Verteidigungsministerium der Merkel-Regierung sind nicht einmal in der Lage, ein gemeinsames Vorgehen abzusprechen, BEVOR sie mit in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen ihr vollständiges Versagen unter Beweis stellen.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.