Erdogan heizt erneut Grenzkonflikte mit seinen Nachbarn an
Erdogan heizt erneut Grenzkonflikte mit seinen Nachbarn an
Datum: 25.08.2020 - 10:25 Uhr
Im östlichen Mittelmeer sucht der türkische Alleinherrscher seit Wochen und Monaten Streit mit Griechenland, Zypern und weiteren Anrainern. Es geht um Gasvorkommen, die Erdogan unbedingt erschließen will. Sein Land braucht dringend Rohstoffe, denn auf dem Weltmarkt kann die Türkei sich den Kauf nicht leisten. Erdogan hat die türkische Wirtschaft derart vor die Wand gefahren, dass andere Staaten kaum noch Geschäfte mit ihm machen wollen.
Also schickt er Forschungsschiffe in die angrenzenden Meere aus, begleitet von jeder Menge Kriegsschiffe der türkischen Marine. Denn Erdogan will nicht nur die türkischen Seezonen erforschen, sondern er nimmt billigend jede Menge Konflikte mit den Nachbarn in Kauf und dringt tief in die Seezonen anderer Staaten ein. Die griechischen Streitkräfte stehen seit geraumer Zeit in permanenter Alarmbereitschaft, weil die türkischen Aggressoren wieder und wieder Grenzverletzungen begehen.
Weil zudem diplomatische Entspannungsversuche der Merkel-Regierung komplett gescheitert sind, hat unter anderem Frankreich eine beachtliche Anzahl an Streitkräften ins Mittelmeer verlegt, um bei weiteren Grenzverletzungen der Türkei der griechischen Seite beizustehen.
Erdogan hat möglicherweise nicht zuletzt wegen der französischen Präsenz im östlichen Mittelmeer seine Expansionsbestrebungen aktuell ins Schwarze Meer verlegt. Dort, so vermeldet er enthusiastisch, aber Allah die Tür »zu beispiellosem Reichtum geöffnet.« Ein Gasvorkommen mit 320 Milliarden Kubikmeter sei von seinen Forschungsschiffen entdeckt worden. Dieses Vorkommen wolle man sobald wie möglich erschließen, ab 2023 soll das Gas dann den türkischen Verbrauchern zur Verfügung stehen.
Das Vorkommen befindet sich ganz in der Nähe eines Vorkommens, das bereits von rumänischen Forschungsschiffen entdeckt wurde und von Rumänien beansprucht wird. Das Problem ist recht einfach: festgelegte staatliche Seezonen gibt es im Schwarzen Meer nicht, lediglich sogenannte Wirtschaftszonen. Und deshalb fühlen sich sowohl Erdogan wie auch Rumänien mit ihrem Anspruch auf das respektive die Vorkommen im Recht. Doch während Rumänien eine für alle Beteiligten akzeptable Absprache anregt, will Erdogan ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer Fakten schaffen.
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