Entwicklungshilfe für Afrika hat keinen Erfolg gebracht
Entwicklungshilfe für Afrika hat keinen Erfolg gebracht
Datum: 02.07.2018 - 08:34 Uhr
In einem Interview mit dem Deutschlandfunk rechnet Rupert Neudeck mit der Form der für Afrika geleisteten Entwicklungshilfe gnadenlos ab. Nach 40 Jahren und Milliarden von Mitteln, die dort hineingeflossen sind, so Neudeck, kann man vor der Bevölkerung der Bundesrepublik nicht länger verschweigen, dass die Entwicklungshilfe nicht gelungen ist. Das bisherige Vorgehen habe keinen Erfolg gebracht, es müsse etwas anderes geschehen, sagt Neudeck.
Gefördert wurden vor allem im Zeiten des Kalten Kriegs Verbrecherregime, so Neudeck weiter. Diese Kleptokratien, wie sie Neudeck nennt, haben das Geld dem jeweils eigenen Volk weggenommen. Als Beispiele nennt er Zaire unter dem damaligen Herrscher Mobutu oder dessen Nachbarland Kongo. Man müsse damit aufhören, im Gießkannenprinzip das Geld über mehr als 50 Länder auszugießen. Viel besser wäre es, zwei oder drei Länder zu finden, mit denen man langfristige Projekte erarbeiten könne und denen man Hilfe zur Selbsthilfe angedeihen lassen könne. Zum Beispiel in der Form von Mikrokrediten, die nicht an den Staatshaushalt des Empfängerlandes gehen sondern unmittelbar an die einzelnen Menschen vor Ort.
Neudeck verwehrt sich in dem Gespräch des Vorwurfs einer Auslesepraxis. Vielmehr seien die zu schließenden Verträge mit einigen wenigern Ländern die einzige tragfähige Lösung. Wenn man nämlich nicht langsam aber sicher den Bürgern, die letztlich die Entwicklungshilfe aus ihrem Geldbeutel zahlen, Erfolge vorweisen kann, werden bald sämtliche Mittel dafür gestrichen. Nicht Deutschland ist am Elend Afrikas schuld, sagt Neudeck; die Verantwortung liege allein bei den Regierungen vor Ort. Diese müsse man »am Portepee packen, damit sie endlich damit anfangen, für ihre Bevölkerungen das zu leisten, wozu Regierungen verpflichtet sind.«
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