Endgültiges offizielles Wahlergebnis aus Frankreich veröffentlicht
Endgültiges offizielles Wahlergebnis aus Frankreich veröffentlicht
Datum: 09.07.2024 - 09:44 Uhr
In Frankreich und Großbritannien gilt bei Wahlen das Mehrheitswahlrecht. Einfach ausgedrückt: ein Wahlkreis wird von dem Kandidaten gewonnen, der dort die meisten Stimmen bekommt. Das klingt im ersten Moment durchaus gerecht, ist es aber um Längen nicht. Denn in letzter Konsequenz bedeutet das unter Umständen, dass nicht die Partei, die bei der Wahl die meisten Stimmen erhält, auch im Parlament die meisten Sitze erhalten wird. Denn jeder Wahlkreis ist eine Wahlauszählung für sich und der dortige Stimmenanteil der einzelnen Parteien hat keine Auswirkung auf die Anzahl der Sitze im Parlament.
Zur Verdeutlichung die Beispiele der beiden Wahlen, zunächst Großbritannien. Die Sozialisten erhielten auf britischer Ebene einen Stimmenanteil von 34 Prozent, bekamen aber 411 der 650 Sitze zugesprochen. Den Liberaldemokraten reichte ein Stimmenanteil von rund 12 Prozent, um 64 Sitze zu erhaschen. Die Öko-Sozialisten hingegen bekamen für ihre knapp 7 Prozent Stimmenanteil nur vier Sitze; noch ungerechter zeigte sich das Mehrheitswahlrecht beim Ergebnis der Reformer von Nigel Farage: sie holten zwar aus dem Stand heraus einen Stimmenanteil von 14,3 Prozent - also mehr als die Liberaldeokraten - und bekamen dennoch nur fünf Sitze im Parlament.
In Frankreich ist die Situation leicht verändert, aber im Grunde genommen gleich ungerecht. Denn nicht die Partei mit den meisten Stimmen hat auch die meisten Sitze im Parlament, was ja im Grunde genommen logisch wäre. Das wäre in diesem Fall Le Pen und ihre RN. Die erhielten in beiden Wahlgängen jeweils die meisten Stimmen (über 10,6 Millionen Stimmen im ersten Wahlgang, über 10,1 Millionen Stimmen im zweiten Wahlgang). Damit wurden alle anderen Parteien klar distanziert. Der angebliche »Wahlsieger«, das bekennend anti-semitische linke und linksextreme Bündnis lag abgeschlagen weit dahinter (9 Millionen Stimmen in Wahlgang 1, nur noch 7 Millionen Stimmen in Wahlgang 2). Noch einmal: die RN holte über drei Millionen(!!!) Stimmen mehr als die linke Volksfront - und erhält dennoch nur die drittmeisten Parlamentssitze.
Das Mehrheitswahlrecht ist durch und durch ungerecht und berücksichtigt nicht den Wählerwillen. Es gehört abgeschafft.
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