Einschaltquote für Die Mannschaft geht mehr und mehr zurück
Einschaltquote für Die Mannschaft geht mehr und mehr zurück
Datum: 09.10.2020 - 10:35 Uhr
Bevor die Männer-Auswahl des Deutschen Fußballbundes (DFB) vor einigen Jahren zu »Die Mannschaft« mutierte, waren Übertragungen der Länderspiele der DFB-Auswahl echte Quotenbringer für die Sender. Es waren nicht immer virtuose Balljongleure, die das weiß-schwarze Trikot überstreiften. Man denke nur an einen Jürgen Kohler, den »Fußballgott« Dortmunds. Oder Guido »Diego« Buchwald vom VfB Stuttgart. Doch noch mehr als das waren es echte Typen, die einerseits auf dem Platz in der Regel alles gaben, weil sie eine Nominierung für die Nationalmannschaft - die man damals noch so nennen konnte - als Ehre empfanden; die andererseits darüber hinaus aber auch neben dem Platz durchaus Freunde von klaren Worten waren. Man denke nur an einen Stefan Effenberg oder auch an einen Lothar Matthäus. Beide nicht unbedingt geborene Redner und schon gar keine vom Himmel gefallene Diplomaten, aber zumindest in dieser Hinsicht noch echte Kerle.
Das, was da heute mitunter auf dem Platz das einst so ruhmreiche Trikot zum Auslüften spazieren trägt, ist davon kilometerweit entfernt. Eine Ansammlung von millionenschweren Ich-AG´s, die derart medial auf Stromlinienförmigkeit gebürstet ist, dass vermutlich in jeder Nonnenschule mehr Potenzial zur öffentlichen Kritik schlummert. Angeführt von einem Trainer, der im Falle seiner Ablösung jederzeit ohne großen Aufwand als Pressesprecher der Merkel-Regierung einen neuen Aufgabenbereich antreten kann.
Das stümperhafte Herumgekicke und die immer gleich bleibenden nichtssagenden Phrasen des Herrn Übungsleiter wollen die Menschen sich nicht länger antun. Sie schalten schlicht und ergreifend nicht mehr ein. Dabei sind die Deutschen nach wie vor am Fußball interessiert, wie sich in den Diskussionen um die Freigabe der Zuschauerplätze in den Stadien bewiesen hat. Aber sie wollen eben richtigen Fußball sehen. Nur den kann »Die Mannschaft« samt des dahinter stehenden Mitarbeiterstabes nicht mehr bieten. Und deswegen bleibt der Kasten aus oder man schaut alternativ freiwillig Inga Lindström oder Rosamunde Pilcher. Die Handlung ist zwar vorhersehbar, aber dafür sind zumindest die Landschaftsbilder von beeindruckender Schönheit. Schöner jedenfalls als das, was die DFB-Balltreter auf dem grünen Rasen zustande bringen.
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