Einsatzhundertschaft der Polizei löst Gottesdienst auf
Einsatzhundertschaft der Polizei löst Gottesdienst auf
Datum: 22.12.2020 - 11:59 Uhr
Gesang gehört zum Gottesdienst in christlichen Gemeinden und Kirchen dazu wie das »Amen«. Der gemeinsame Gesang fördert die Gemeinschaft, bringt Freude und stärkt den Glaubensausdruck der Singenden. Auch in den vorchristlichen Religionen und in den Naturreligionen gehört der Gesang als Ausdruck des Glaubens und der Freude dazu. Selbstverständlich wird auch in Synagogen gesungen, auch Buddhisten und Hinduisten singen als Zeichen der Freude. Die einzigen, die keinen Gesang haben, sind die Muslime.
In vielen Gemeinden, vor allem den Evangelikalen und den Freikirchen, ist gemeinsamer Gesang und Musik Hauptbestandteil des Gottesdienstes. Die aus dem TV bekannten Baptistengemeinden geben dafür ein gutes Beispiel ab. Zu diesen Freikirchen gehören auch zahlreiche Pfingstgemeinden, unter anderem die in Essen. Dort trafen sich am vergangenen Sonntag 57 Erwachsene und 25 Kinder, um gemeinsam ihren Gottesdienst zu begehen und selbstverständlich auch gemeinsam zu singen.
Aber die Nachbarn »fühlten sich gleich angemacht« (frei nach Nena) und alarmierten in altbekannter Blockwartmentalität die Polizei. Die mutmaßte offensichtlich einen versuchten Staatsstreich oder zumindest die Vorbereitung zu einem solchen, denn sie setzte eine Einsatzhundertschaft in voller Montur in Bewegung, um diesem gesetzeswidrigen Treiben ein Ende zu bereiten.
Die Einsatzhundertschaft drang in das Gebäude ein und setzte einen Schlussstrich. Ergebnis des Polizeieinsatzes: zwei vorläufige Festnahmen wegen des Verdachts der illegalen Einreise sowie 57 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Das Sprichwort von »mit Kanonen auf Spatzen schießen« will sich bei einem solchen Einsatz geradezu aufdrängen.
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