Eine Million Franzosen demonstrierten gegen Macron
Eine Million Franzosen demonstrierten gegen Macron
Datum: 15.02.2023 - 09:19 Uhr
Präsident Emmanuel Macron behauptet, die Reform sei notwendig, um die Zukunft des Rentensystems zu sichern, sieht sich jedoch mit Gegenreaktionen konfrontiert. Die jüngsten Demonstrationen brachten laut Schätzungen allein in Paris etwa 500.000 Menschen zum Protest auf die Straße. Die Gewerkschaften hoffen, dass die bevorstehende Demonstration am 16. Februar noch mehr Menschen zur Teilnahme bewegen wird.
Die Reform bedeutet eine Anhebung des Rentenalters von 62 auf 64 Jahre, was viele Franzosen entschieden ablehnen. Laut France24 sind ein erheblicher Teil der Demonstranten, vielleicht etwas unerwartet, junge Menschen. »Wir leben in einer produktivitätsfixierten Welt und müssen jetzt noch zwei Jahre arbeiten, damit wir noch mehr produzieren können. Es ist nicht nachhaltig«, sagt ein jüngerer Demonstrant.
Die Franzosen haben eine der längsten Rentenzeit unter den Bevölkerungen der OECD-Länder, und eine große Mehrheit der Bevölkerung will diese Änderung nicht sehen. Umfragen zufolge stehen zwei Drittel der Bevölkerung den Veränderungen ablehnend gegenüber. Das tatsächliche Renteneintrittsalter liegt in Frankreich laut OECD bei 60,4 Jahren (Männer) und 60,2 Jahren (Frauen). Zum Vergleich: in Deutschland liegen diese Werte bei beiden Geschlechtern bei 63,1 Jahren.
Und: in Frankreich erhält ein Rentner im Durchschnitt 73,6 Prozent von seinem Nettolohn als Ruhegeld. In Deutschland, dem reichsten Staat der EU, der Melkkuh der Union, werden Rentner mit armseligen 51,9 Prozent vom letzten Nettolohn abgespeist - und die paar Kröten müssen auch noch versteuert werden. Deswegen auf die Straße geht in »GerMONEY« aber niemand. Bei solchen Zahlen hätten die Franzosen den Macron - oder wen auch immer - längst vom Hof gejagt...
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