Ein neues Gesetz soll die Gender-Ideologie zurückdrängen

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Ein neues Gesetz soll die Gender-Ideologie zurückdrängen
Datum: 10.11.2021 - 08:09 Uhr

»Stop LGBT« heißt das von der »Stiftung Leben und Familie« eingebrachte Gesetz, das den Einfluss der sich in Vormarsch befindenden Gender-Bewegung zurückdrängen will. Mit 235 zu 205 Stimmen hatte das polnische Parlament vor wenigen Tagen das Gesetz verabschiedet. Künftig sind in Polen politische Verlautbarungen, Demonstrationen und Aufmärsche verboten, die Ehe und Familie in Frage stellen und für die Adoption von Kindern durch Homosexuelle werben. Polen befürchtet das Heraufziehen einer kinder- und familienfeindlichen »Homo-Ideologie« - und begibt sich dadurch in einen offenen Konflikt mit dem EU-Establishment, das das Dogma der »sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt« strukturell und institutionell in Europa verankert wissen will.

Die Brandzeichen dieser Ideologie stehen unübersehbar an der Wand: Erst vergangene Woche verließ die Philosophie-Professorin Kathleen Stock ihren Lehrstuhl an der britischen Universität Sussex. Die erklärte Feministin hatte dem Druck von Aktivisten der Transgender-Bewegung nicht mehr standgehalten. Zum Schluss wurde Stock sogar mit dem Tod bedroht. Das »Vergehen« der Professorin: Sie hatte das Glaubensdogma der sexuellen Vielfalt in Zweifel gezogen und auf die Zweigeschlechtlichkeit der Menschheit beharrt. Zur gleichen Zeit musste der ehemalige Monty Python-Star Terry Gilliam seine Rolle in einer Fernsehproduktion aufgeben. Gilliams »Sünde«: Der Komiker hatte während einer Theateraufführung einen Transgender-Witz gemacht.

Die Folgen der von Aktivisten der Gender Lobby stark befeuerten Cancel Culture zieht im westlichen Teil weite Schneisen der Verwüstung auf dem Gebiet der persönlichen Meinungsfreiheit, der Freiheit der Presse, der Berufs- und Gewerbefreiheit. Menschen verlieren ihre Arbeit oder sie müssen ihr Geschäft aufgeben, Schriftsteller finden keinen Verleger mehr, Lehrer dürfen nicht mehr lehren, es werden Redeverbote verhängt oder Kritiker gleich niedergeschrien: Das einst liberale Europa und dessen stolze Tradition humanistischer Aufklärung sinkt im Windschatten einer intoleranten, lautstarken, politisch gut vernetzten aktivistischen Minderheit zu einer verdrucksten, sich in ängstlicher Selbstzensur übenden und in Schuldkomplexen geißelnder Gemeinschaft von Untertanen herab.

Diese Entwicklung registriert man in konservativ regierten Ländern wie Polen und Ungarn sehr genau – und ist bereit gegenzuhalten. Daß Polen gegen den geballten Widerstand und einer schier übermächtigen Verachtung einer ideologisch getrimmten Politkaste sich auf traditionelle Familienpolitik im Interesse der Elternrechte besinnt, hat verschiedene Ursachen: Die ländlichen Gebiete sind von großer Armut geprägt. Gleichzeitig wird christliches Brauchtum stark gepflegt, kinderreiche Familien sind eher die Regel, denn Ausnahme. Ehe und Familie genießen in Polen eine hohe Wertschätzung – und das besonders und auch politisch. Viele Familien konnten ihren Lebensstandard durch das 2016 von der PiS-Partei eingeführte Kindergeld deutlich steigern. Entsprechend hoch ist die Zustimmung für die Regierung. Hinzu kommt der geringe Verstädterungsgrad in Polen, der dazu führt, daß Wahlen auf dem Land entschieden werden – und nicht wie in vielen anderen westlichen Ländern zunehmend von Bewohnern großer Städte und Metropolen.

Der unbotmäßige Ungehorsam der Polen könnte wie die abweichende Linie Ungarns zum Menetekel für die EU-Elite werden. Denn Polen und Ungarn zeigen, daß eine traditionelle, auf die natürlichen menschlichen Bindungen setzende Politik den Weg bereitet für Stabilität, Zukunftsvertrauen und Innovation durch Hoffnung.

Ein Gastbeitrag der Initiative Familien-Schutz

Sven von Storch

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