Ein Flickenteppich aus Plagiaten
Ein Flickenteppich aus Plagiaten
Datum: 20.08.2021 - 10:38 Uhr
Im vergangenen Juni hat die Freie Universität Berlin nach langem hin und her den von ihr an Franziska Giffey verliehenen Doktor-Titel wegen »Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung« entzogen. Giffey, die bis zu diesen Diskussionen Bundesministerin war, trat im Zuge dieser Aufklärung von ihrem Ministeramt zurück.
Dass sie des Betruges überführt wurde, hindert Giffey aber nicht daran, sich als Spitzenpolitikerin der SPD für das Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin nominieren zu lassen. So absurd das auch erscheinen mag, derzeit stehen ihre Chancen, sich an die Spitze des kommenden Berliner Senats setzen zu können, nicht einmal schlecht.
Allerdings wird nun pubilk, dass Giffey nicht nur bei ihrer Doktorarbeit betrogen hat, sondern dass sie auch früher bereits massiv wissenschaftliche Standards verletzt habe. Bereits bei ihrer Masterarbeit habe sie ihr Versprechen an die Wissenschaft (»... die aus fremden Werken wörtlich oder sinngemäß übernommenen Gedanken sind unter Angabe der Quellen gekennzeichnet.«), das sie mit ihrer Unterschrift anerkannte und abzeichnete, gebrochen, so der Vorwurf.
Anatol Stefanowitsch ist Professor für Sprachwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er hat Giffeys Masterarbeit gemeinsam mit einem Politikwissenschaftler in den vergangenen Monaten intensiv untersucht. Sein vernichtendes Urteil über Giffeys »Machwerk«: »Die Masterarbeit ist in großen Teilen ein Flickenteppich aus Plagiaten, einfachste Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens wurden verletzt.«
Giffey hat also nicht nur bei ihrer Doktorarbeit betrogen, sondern auch bei ihrer Masterarbeit. Lug und Betrug scheint bei ihr chronisch zu sein. Mit diesen Charakterzügen will sie Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden. Ihrer Glaubwürdigkeit als Politikerin jedenfalls sind die aktuellen Vorwürfe sicherlich nicht zuträglich.
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