Ehemaliger Kommandeur der Pfullendorfer Kaserne greift von der Leyen an
Ehemaliger Kommandeur der Pfullendorfer Kaserne greift von der Leyen an
Datum: 08.06.2017 - 08:45 Uhr
Die Bundeswehrkaserne in Pfullendorf geriet in den Fokus der Öffentlichkeit und in die Kritik, als Berichte über entwürdigende Aufnahmerituale, sexuelle Nötigung, Mobbing, Misshandlungen und Demütigungen in dem Standort in Baden-Württemberg publik geworden waren. Auch wenn ein Großteil der Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft bereits eingestellt wurden, war Schmidt in einer Art vorauseilendem Gehorsam versetzt worden.
Schmidt kritisiert nicht nur alleine die Vorverurteilung durch von der Leyen; insbesondere die Art und Weise, wie man mit ihm umgegangen sei, ist stil- und respektlos. »Ich hätte erwartet, dass mein oberster Dienstherr sich aus Fürsorgegründen vor mich stellt. Die Ministerin als oberste Verantwortliche hat mich nach meinem Gefühl hier im Stich gelassen« wird Schmidt in einem Bericht der »Saarbrücker Zeitung« zitiert.
Bei ihm habe dieses Verhalten Wut ausgelöst. Er fühle sich missbraucht für etwas, »das ich nicht zu verantworten oder verursacht habe. Es verletzt mich zutiefst.« Die Krönung sei gewesen, dass er von seiner Versetzung nicht einmal persönlich, sondern aus den Medien erfahren habe.
Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Hechingen noch gegen sieben ehemalige Soldaten aus Pfullendorf. Gegen einen Major wurde eine Disziplinarbuße in Höhe von 450 Euro wegen mangelhafter Dienstaufsicht verhängt. Neben dem Oberst wurden zwei weitere Stabsoffiziere und zwei Unteroffiziere nach Bekanntwerden der Vorkommnisse umgehend auf irrelevante Posten versetzt.
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