Ecuador bestätigt_ Netzzugang für Assange wurde absichtlich gekappt
Ecuador bestätigt_ Netzzugang für Assange wurde absichtlich gekappt
Datum: 21.10.2016 - 11:03 Uhr
Seit 2012 befindet sich Julien Assange, der Gründer von Wikileaks, in der ecuadorianischen Botschaft in London. Dort hatte Assange um Asyl nachgesucht, weil er befürchtet, dass eine schwedische Strafanzeige wegen eines sexuellen Übergriffs nur vorgeschoben sei, um ihn an die USA auszuliefern. Dort würde ihm wegen Hochverrats die Todesstrafe drohen.
In der aktuellen heißen Phase des Wahlkampfes um die US-Präsidentschaft hatte Wikileaks zahlreiche interne und geheime Mails des Clinton-Lagers veröffentlicht. Diese Enthüllungen erschüttern die Glaubwürdigkeit Clintons und bringen zahlreiche dunkle und düstere Machenschaften im Rahmen ihrer Wahlkampfkampagne ans Licht. Gezielte Demontage etwaiger Konkurrenten (Bernie Sanders), Schmier- und Schwarzgeldflüsse, abweichende Aussagen in Hinterzimmern gegenüber der öffentlich im Wahlkampf publizierten Meinung Clintons; das sind nur die Spitzen des Eisbergs.
Um weitere dieser Veröffentlichungen zu unterbinden, hat Ecuador die Internetverbindung von Julien Assange am vergangenen Wochenende gekappt. Seitdem gab es weder neue Publikationen von Wikilekas noch ein Lebenszeichen von Assange. Offiziell heißt es aus dem Außenministerium, man verfolge die Politik der Nichteinmischung interner Angelegenheiten anderer Länder. Allerdings ließ der ecuadorianische Präsident Rafael Corra, ein Sozialist, in einem Interview im letzten Monat verlauten, dass er hoffe, dass Hillary Clinton Präsidentin werde.
In einem Twitterbeitrag bezweifelt Wikileaks zwar, dass Hillary Clinton persönlich den Auftrag zur Kappung des Zugangs an Ecuador erteilt habe. Man geht aber davon aus, dass über das Wahlkampfmanagement Clintons und US-Außenminister John Kerry gezielt auf Corra eingewirkt wurde. Wikileaks spricht von »gewisser Unterstützung der USA bei den Friedensverhandlungen mit FARC«. Als Gegenleistung sei, so die Twitter-Mitteilung, von Ecuador gefordert worden, dass »Assange daran gehindert werden müsse, weitere Dokumente zu publizieren, die Clinton belasten würden«.
In den deutschen »Qualitätsmedien« findet man solche Berichte selbstverständlich nicht. Die Quellen zum Nachlesen: http://www.friatider.se/ecuador-bekr-ftar-tystar-assange und http://www.independent.co.uk/news/people/julian-assange-eucador-internet-connection-us-election-a7368836.html
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