Echter Skandal oder viel heiße Luft um Nichts_
Echter Skandal oder viel heiße Luft um Nichts_
Datum: 25.11.2016 - 08:24 Uhr
In dem neuen knapp neunzig Sekunden langen Fernsehspot der Lebensmittelkette Edeka mit dem Titel »Zeit schenken« werden die Vorbereitungen für ein traditionelles Weihnachtsfest einiger Familien skizziert. Die Weihnachtsbeleuchtung wird angebracht, der Baum wird geschmückt, Kekse und Plätzchen werden gebacken und Geschenke gekauft. Es wird ein Bild der in Deutschland typischen und bekannten vorweihnachtlichen Aktivitäten gezeichnet.
In diesem Kurzfilm sind für jeweils eine Sekunde zwei Fahrzeuge sowie deren Kennzeichen mehr oder minder deutlich zu sehen. Die Buchstaben- und Zahlenkombination auf diesem Kennzeichen reichen der selbsternannten »Extremismus-Expertin« Sabine Bamberger-Stemmann aus, um in dem Kurzfilm »gängige Codes der rechtsextremen Szene« erkannt zu haben.
Das Kennzeichen »MU SS 420« sei aufgrund der mittleren Buchstaben in Deutschland verboten, die Zahlenfolge 420 stelle den Geburtstag von Adolf Hitler (20. April) dar. Sie sieht daher eine versteckte Botschaft hinter der Verwendung dieses fiktiven Kennzeichens.
Auch das zweite Kennzeichen, »SO LL 3849«, sei, so Bamberger-Stemmann, eine geheime Botschaft. Die Zahl 84 stehe für »Heil Deutschland«, die 3 und die 9 stehen für die in den USA aktive Bewegung »Christian Identity«. Der Spot, so Bamberger-Stemmann weiter, vermittele besonders am Anfang eine heile Welt und »transportiert Werte, die auch für die Neue Rechte stehen.«
Allein, dass die Kinder eine traditionelle Version des Brettspiels »Mensch ärgere dich nicht« spielen, sieht die »Expertin« als Indiz für rechtsextreme Positionen an. Dass keiner der Darsteller einen Migrationshintergrund hat und die Familien dem traditionellen Bild Vater-Mutter-Kind(er) entsprechen machen das Werbefilmchen nach dem Gusto der »Expertin« für noch verdächtiger.
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