Doktortitel selbst aberkennen und zurücktreten

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Doktortitel selbst aberkennen und zurücktreten
Datum: 04.04.2019 - 12:29 Uhr

Franziska Giffey (SPD, amtierende Familienministerin) hat an der FU Berlin promoviert. Ausgerechnet ein ehemaliger Professor jener FU hat jetzt eine vernichtende Stellungnahme zu Giffey in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht (Ausschnitte im Münchner Merkur). Die Mängel in Giffeys Doktorarbeit würden vor allem belegen, so der emeritierte Professor und Sozialwissenschaftler Peter Grottian, dass »Giffey vom Handwerk wissenschaftlichen Arbeitens nur einen blassen Schimmer hat«.

Die aufgedeckten Mängel in der Doktorarbeit seien derart schwerwiegend, dass sie mutmaßlich sowieso zu der Aberkennung des Doktortitels führen. Daher sollte sich Giffey selbst den Doktortitel aberkennen und zurücktreten.

Sie, Giffey, »demonstriert ein oft naives, fehlerhaftes und verantwortungsloses Verhältnis zu ihrem Fach«, so Professor Grottian weiter. Sei sei in ihrer Doktorarbeit viel zu sehr und viel zu oft mit sich selbst beschäftigt gewesen. Das habe die bei Giffey zu erkennende fehlende, notwendige wissenschaftliche Distanz zu Folge.

Auch die Betreuerin von Giffey für ihre Doktorarbeit wird von Grottian scharf kritisiert. Diese hätte die Ausrichtung frühzeitig erkennen und eingreifen müssen. Dann wäre »diese Arbeit anders oder gar nicht geschrieben worden«. Einfach, um sicherzustellen, dass »Wissenschaft und Eigennutz nicht kollidieren«.

Der Giffey-Plagiatfall sei, so Grottian, auf jeden Fall »gravierender als der von Schavan und weniger gravierend als bei Guttenberg«. Mit einer freiwilligen Aberkennung käme sie der peinlichen Aberkennung seitens der Universität lediglich zuvor und könnte zumindest noch zu einem großen Teil ihr Gesicht wahren.

Sven von Storch

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