Doch keine Fusion der Frankfurter und Londoner Börsen_
Doch keine Fusion der Frankfurter und Londoner Börsen_
Datum: 27.02.2017 - 11:16 Uhr
Seit Jahren schon unternehmen die LSE und die Deutsche Börse zahlreiche Anläufe, um zu fusionieren. Bisher scheiterten aber all diese Versuche, meist wegen unterschiedlicher interner Ansätze. So forderte die Deutsche Börse, dass der Hauptsitz der neu gegründeten Gesellschaft in Frankfurt am Main sein solle. Dagegen wollte die LSE, dass die neue Gesellschaft in London ansässig sein solle. Auch nach dem Brexit nahmen die Diskrepanzen zwischen den beiden Börsen zu, ohne dass jedoch das finale Ende der Fusionsverhandlungen verkündet wurde. Nun aber scheint dieser Zeitpunkt gekommen zu sein. Ausschlaggebend sind jedoch nicht interen Differenzen, sondern eine Auflage der EU-Kommission.
Die LSE müsste, so die EU-Kommission, neben zahlreicher anderer Auflagen (so hatte die LSE angeboten, ihr Abwicklungshaus »Clearnet SA im Falle einer Fusion für über eine halbe Milliarde Euro an »Euronext« zu verkaufen) auch die Mehrheitsbeteiligung an der italienischen Handelsplattform »MTS« aufgeben. Auch wenn nach Angaben der LSE, so schreibt es das »Abendblatt«, die Sparte relativ klein und für das operative Ergebnis der LSE kein wesentlicher Ertragsbringer sei, so sei die MTS doch ein wichtiger Baustein für das gesamte Italien-Geschäft. Eine Veräußerung von MTS würde »das wichtige Verhältnis mit den Behörden und das Geschäft in Italien und der gesamten Gruppe beschädigen«, heißt es dazu wörtlich im Bericht.
Aktuell liegen alle Verhandlungen auf Eis. Sowohl LSE wie auch die Deutsche Börse wollen abwarten, wie die EU-Kommission auf die Absage reagiert.
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