Dnjepr als Grenzfluss zwischen Russland und der Ukraine_
Dnjepr als Grenzfluss zwischen Russland und der Ukraine_
Datum: 10.11.2022 - 08:31 Uhr
Militärexperten und Fachleute hatten schon relativ früh nach Beginn des Waffengangs in der Ukraine den Dnjepr als strategisches Ziel und potenziellen Grenzfluss zwischen Russland und der Ukraine bezeichnet. Beginnend bei der Mündung des Dnjepr ins Schwarze Meer unweit der Stadt Kherson flussaufwärts bis hin zum Kachowkaer Stausee bilden die Gewässer eine Art markante Linie, die strategisch enorm wichtig ist. Vor allem aber bieten sie Gegebenheiten, die bei militärischen Überlegungen nicht einfach beiseite geschoben werden können. Eine Versorgung der Einheiten jenseits des Flusses ist mit einem erheblichen logistischen Mehraufwand verbunden. Stationiert man die Einheiten hingegen auf der eigenen Seite des Flusses bietet dieser zusätzliche natürliche Schutzoptionen.
Entsprechend dieser strategischen Gedanken ziehen sich die russischen Truppen aus den Gebieten westlich und nördlich des Dnjepr zurück. Es verbleibt der bis zu 100 Kilometer tiefe Sicherheitskorridor nördlich der Krim bis zum Dnjepr, entlang des Flusses bis zum Kachowkaer Stausee im Norden und entlang der Küste des Asowschen Meers im Süden bis hin zur Region Donezk. Das sind übrigens exakt die Regionen, die zu Beginn der Kämpfe im Februar von der russischen Militärführung als strategische Ziele ausgegeben wurden.
Die ukrainische Propaganda protzt, das eigene Militär habe in der Region Dörfer »befreit«. So ganz stimmt das allerdings nicht: die Soldaten der Ukraine warten, bis sie ganz sicher sein können, dass die russischen Einheiten auch wirklich abgezogen sind, bevor sie zu ihrer »heldenhaften Befreiung« des Dorfes, des Gehöftes oder auch eines einsamen Heuschobers aufmarschieren.
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