Diskussion um Diesel-Fahrzeuge reiner Populismus

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Diskussion um Diesel-Fahrzeuge reiner Populismus
Datum: 03.08.2017 - 07:07 Uhr

Die Automobilhersteller haben, wieder einmal, den Verbraucher betrogen. Sie haben falsche Angaben gemacht und so dem Käufer vorgegaukelt, er würde ein besonders schadstoffreduziertes Exemplar erwerben. Dafür waren viele Käufer dann auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Doch faktisch erfüllten diese Fahrzeuge nicht die hohen Anforderungen, sprich der Endverbraucher wurde betrogen. Dagegen gilt es mit aller Härte einzuschreiten. 

Es ist aber nicht zielführend, die Dieseltechnologie an sich für etwas zu brandmarken, was sie nicht ist. Oder sie als Umweltgefahr Nummer 1 hoch zu stilisieren. Das ist sie nämlich nicht. Bedenkt man, in welcher Zeit der Schadstoffausstoß gerade bei mit Dieselaggregaten versehen Fahrzeugen deutlich reduziert werden konnte, so ist leicht zu erkennen, dass diese Technologie durchaus Zukunftspotenzial hat.

Ganz anders aber sieht es auf den Weltmeeren aus. Denn sämtliche Hochseeschiffe, seien es Frachter, Kriegs- oder Fährschiffe, die »Rettungsschiffe« der NGO im Mittelmeer aber auch die wunderschönen Kreuzfahrtschiffe aus den Hochglanzprospekten, fahren mit Schweröl, einem Abfallprodukt im Raffinierungsprozess des Erdöl. Dieses Schweröl belastet die Umwelt um ein Vielfaches mehr als die Fahrzeugindustrie. Denn in Schweröl ist 3.500 Mal so viel Schwefel erhalten, wie im für den europäischen Straßenverkehr zugelassenen Diesel.

Eine Studie hat ergeben, dass allein die 15(!) größten Seeschiffe der Welt pro Jahr mehr Schwefeloxide ausstoßen als alle 760 Millionen(!!) Fahrzeuge weltweit. Insgesamt befahren rund 40.000 Handelsschiffe die Weltmeere. 

Sven von Storch

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