Direktorenposten und Aktienpaket für seine Lobbyarbeit
Direktorenposten und Aktienpaket für seine Lobbyarbeit
Datum: 15.06.2020 - 10:37 Uhr
In den Reihen der Altparteien finden sich immer selbsternannte Moralisten, Besserwisser oder Leute, die von sich glauben, sie seien ganz besonders oberschlau. Einer dieser Protagonisten, auf denen dies zutrifft, ist Philipp Amthor von der CDU. Von ihm schreibt die Zeit, dass er sich kleide wie sein eigener Großvater. Auch sein ganzes Auftreten erinnert viele Menschen an den Klassenstreber, neben dem niemand gerne sitzen musste und der bei Schulausflügen stets in unmittelbarer Nähe zum Lehrer zu finden war. Auch bei seinen öffentlichen Auftritten, sei es in Talk-Shows oder in absolut verunglückten selbst erstellten Videos, manifestierte er diesen Eindruck.
Mit seiner besserwisserischen Art hat er sich oftmals sehr weit aus dem Fenster gelehnt und von der Kanzel herab moralisiert. Doch ein Sprichwort sagt, dass der, der im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen solle. Genau das aber tat Amthor.
Denn während er einerseits den Oberschlaumeier gab, leistete er zeitgleich Lobbyarbeit für ein US-amerikanisches Unternehmen und ließ sich von diesem sogenannten Start-Up seine Dienste großzügig honorieren. Ein Direktorenposten und ein ordentliches Aktienpaket sprangen für den ach so sauberen Herrn Amthor heraus.
Er selbst versucht jetzt, den ganzen Vorgang kleinzureden und zu relativieren. Es sei lediglich eine »Nebentätigkeit für ein US-amerikanisches Unternehmen« gewesen; selbstverständlich sei er »nicht käuflich«, sagt Amthor. Es sei ein Fehler gewesen, so Amthor bei NTV. Sein Engagement »für das Unternehmen entspricht rückblickend nicht meinen eigenen Ansprüchen an die Wahrnehmung meiner politischen Aufgaben«, sagt der Ertappte jetzt. Deshalb habe er die Konsequenzen daraus gezogen und seine Nebentätigkeit beendet.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment