Digitale Arbeitszeiterfassung wird in Deutschland Pflicht
Digitale Arbeitszeiterfassung wird in Deutschland Pflicht
Datum: 24.07.2025 - 11:37 Uhr
Kanzler Friedrich Merz und die schwarz-rote Koalition wollen also das Arbeitsverhältnis neu regeln. Die aktuell gängige Höchstarbeitszeit von acht Stunden könnte somit wegfallen, stattdessen soll es eine Arbeitszeit-Höchstgrenze pro Woche geben, wie auch die Frankfurter Rundschau (FR) berichtete.
»Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten«, hatte Merz bekanntlich in seiner ersten Regierungserklärung Mitte Mai bereits erklärt. »Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können«. Die Arbeitszeiten müsse man »ziemlich bald« flexibilisieren, so Merz.
Mit der neuen Wochenarbeitszeit ginge laut Koalitionsvertrag auch eine »Pflicht zur elektronischen Erfassung von Arbeitszeiten« einher. Wie das aussehen kann und was sich für Arbeitnehmer ändert, erklärt Frederik Neuhaus in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau. Der Chef der Zeiterfassungsfirma clockin ist freilich überzeugt, dass es einfacher wird.
FR befragte dazu: Herr Neuhaus, seit 2022 ist die Arbeitszeiterfassung eigentlich Pflicht. Doch setzen das wirklich alle Unternehmen um?
»Das setzen mit Sicherheit nicht alle um. Größere Unternehmen nutzen sie bereits, kleinere arbeiten oft mit Zetteln oder Excel-Dateien. Man glaubt es nicht. Wir sind doch im Jahr 2025 und nicht 1995.«
Warum braucht es denn die Arbeitszeiterfassung überhaupt?
»Jeder Arbeitsvertrag definiert Arbeitszeiten, die transparent sein sollten. Aktuell fehlt diese Transparenz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Viele Angestellte arbeiten deutlich mehr als vereinbart, der Gesundheitsschutz durch Ruhepausen wird vernachlässigt. Das ist auch wichtig bei nun kommenden flexibleren Arbeitszeiten.«
Sie meinen die Pläne von Friedrich Merz, die Wochenarbeitszeit neu zu strukturieren.
»Ja, flexible Wochenarbeitszeiten sind ein weiterer Grund für gute Zeiterfassung. In den meisten Betrieben gleichen sich Mehr- und Minderstunden aus. Wichtig ist die Augenhöhe zwischen den Parteien. Die Politik sollte elektronische Erfassung vorschreiben manuelle Zettelwirtschaft ist 2025 nicht mehr zeitgemäß.«
Wie funktioniert diese digitale Arbeitszeiterfassung, ist das ein Chip oder eine App?
»Die einfachste Form ist eine App auf dem Handy. Man drückt „Start” bei Arbeitsbeginn, „Pause“ für Unterbrechungen und „Stop“ am Ende. Damit sind Arbeitszeiten sauber dokumentiert, Start, Ende und Pausen sind erfasst. Das Setup dauert in kleinen Unternehmen nur zehn Minuten, der tägliche Aufwand beträgt drei Klicks.«
Ein weiterer Schritt zur Schaffung des gläsernen Menschen.
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