Dieselhysterie facht Rabattschlacht an
Dieselhysterie facht Rabattschlacht an
Datum: 16.08.2017 - 09:49 Uhr
Die Diskussion um den Diesel-Verbrennungsmotor artet in Deutschland in eine Hysterie aus. Noch lange, bevor überhaupt feststeht, ob und wann die Euro-5-Plakette eingeführt wird, befeuern die Automobilhersteller mit Preisnachlässen, Rabatten und Sonderpreisen diese Panik. Doch was auf den ersten Blick dem Verbraucher wie ein Schnäppchen erscheinen mag, ist aus volkswirtschaftlicher Sicht äußerst diskutabel. Unabhängig davon bleibt nach wie vor, ob der Diesel wirklich so schädlich ist, wie er derzeit teilweise dargestellt wird.
Alle Verbrennungsmotoren stoßen Abgase aus, die bei der Überschreitung bestimmter Grenzwerte alles andere als gesundheitsfördernd sind. Das dürfte kein Geheimnis sein. Warum aber die Grenzwerte bei bestimmten Schadstoffkonzentrationen am Arbeitsplatz um ein Mehrfaches höher liegen als die vergleichbaren Werte der selben Stoffe im Straßenverkehr ist nur eines der noch ungeklärten Mysterien.
Auch die angeblich so saubere Elektromobilität ist eine Mär. Denn noch wird der Großteil des Stromes für die E-Fahrzeuge aus Kraftwerken gewonnen, die ebenfalls Schadstoffe produzieren; oder Atommüll, dessen Lagerung die Menschheit in den nächsten Jahren anhaltend beschäftigen wird. Das wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern, denn um alle Verbraucher in Deutschland mit Strom aus regenerativen Quellen zu versorgen, werden noch einige Jahrhunderte vergehen. Falls es überhaupt einmal so weit kommen wird.
Doch die aktuelle Diskussion um den Diesel treibt schon ganz besondere Stilblüten. Die Fahrzeughersteller bieten Sonderprämien in fast schon absurder Höhe an, um ihre Produkte absetzen zu können. Von überschaubaren 2.000 Euro »Prämie« für einen alten Diesel beim Kauf eines Neufahrzeuges der Euro-Norm 5 oder 6 reichen die Angebote bis zu 10.000 Garantiesumme für das Altfahrzeug plus dem Zeitwert bis maximal 5.000 Euro bei Kauf eines Neuwagens ab 25.000 Euro.
Die zu erwartenden Verluste der Automobilhersteller bei dieser Art Geschäft werden entweder über die Gewinn-und-Verlustrechnung ausgeglichen werden; das heißt, der Steuerzahler, also der Verbraucher, refinanziert den Verlust am Ende selbst. Oder aber die Verluste werden durch den Abbau von Arbeitsplätzen kompensiert, um die Kosten zu reduzieren. Letztlich ist es also alles andere als eine win-win-Situation.
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