Die Linke zerlegt sich selbst
Die Linke zerlegt sich selbst
Datum: 17.08.2023 - 09:03 Uhr
Das gesamte Führungspersonal der mehrfach umbenannten SED, die jetzt als »Die Linke« firmiert, geht von Bord: der Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Bartsch, steigt aus. Zuvor haben bereits seine Stellvertreterin Mohamed Ali wie auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Korte ihre Demission bekanntgegeben. Die Bundestagsfraktion der Partei steht ab nächsten Monat ohne Vorstand da. Kein gutes Vorzeichen.
Die Parteiführung, bestehend aus der Doppelspitze Janine Wissler und Martin Schirdewan, muss nun versuchen, irgendwie halbwegs geeignetes Personal für die frei gewordenen Positionen in der Fraktion aus dem Hut zu zaubern. Das ist alles andere als einfach, weil nach wie vor die Neugründung einer »Liste Wagenknecht« im Raum steht. Mit einer solchen Gründung könnte Wagenknecht jede Menge Mitglieder aus der Partei abziehen; das könnte dann auch die betreffen, die möglicherweise gerade in Amt und Würden gewählt wurden.
Über der Partei schwebt ohnehin das Damoklesschwert der Wahlwiederholung in Berlin. Läuft es ganz blöd für die Linksaußen, dann verlieren sie eines ihrer drei Direktmandate. Bei der vergangenen Bundestagswahl scheiterten sie an der Fünf-Prozent-Hürde und durften nur deshalb ins Parlament einziehen, weil sie drei Direktmandate holten, davon zwei in Berlin (Lichtenberg und Treptow-Köpenick). Geht eines davon verloren, dann wars das mit der Bundestagsfraktion. Damit wären dann auch gleich einige Personalsorgen geklärt: man brauchte für Bartsch, Mohamed Ali und Korte keine Nachfolger mehr suchen.
An der Selbstzerfleischung der Partei würde das vermutlich nichts ändern, sondern sie im Gegenteil noch weiter befeuern.
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